
Ein Blick in die Dorstener Zeitung und die Lokallust
Eingezäuntes Ausstellungsgebäude im Gewerbegebiet Fürst Leopold ist gewöhnungsbedürftig
Unübersehbar mit ihrer gestrickten Baskenmütze flanierte sie durch die Lippestadt. Immer wieder aufgehalten von Bürgern unserer Stadt, die Schwester Paula (1903-2001) aus dem Ursulinenkloster und der gleichnamigen Schule kannten und schätzten. Sie hatte Charisma und sehr viel Verständnis für die Jugend. Sie war Ordensschwester, Künstlerin und Lehrerin. Und durch und durch ein politischer Mensch. Eine starke Frau. Tisa von der Schulenburg, so ihr berühmter Name vor dem Eintritt ins Kloster, hat in ihrer Kunst die Schrecknisse des Krieges und die weltweite Ungerechtigkeit einfühlsam und einprägsam verarbeitet. Ihre Werke finden sich an vielen Orten in unserer Stadt und im Land. Nun wurde in einem Gebäude unterhalb des Hervester Förderturms, Tisa-Archiv genannt, eine Wechselausstellung ihrer Werke eröffnet. Es sind nicht nur die kurzen Öffnungszeiten die irritieren, es ist der hohe Zaun der, symbolisch gesprochen, überhaupt nicht zum Leben und Wirken Schwester Paulas passt. Das Erbe der Ehrenbürgerin der Stadt Dorsten wirkt an den Rand gedrückt. Die Präsentation ihrer Kunst, die uns auch heute aktuell viel zu sagen hat, gehört ins Zentrum der Lippestadt. „Sie ist ein Gewinn für unsere Stadt“, so die offizielle Sprachregelung der jetzt agierenden Stadt-Repräsentanten. Dazu passt weder der Standort an einer viel befahrenen und ungesichert zu überquerenden Straße, noch die hohe Umzäunung.
Öffnungszeiten Fürst Leopold Allee 65: Di. bis Fr. 10-12 Uhr, Do. 16-18 Uhr, am 1. So. Im Monat 11-15 Uhr.
Ein kritischer Zwischenruf aus Rhade zur Präsentation des kulturellen Erbes Schwester Paulas