
Warum wir nicht aus der Geschichte lernen, will mir einfach nicht in den Kopf
Der mörderische Terroranschlag in Magdeburg ist wieder einmal Grund, über mich und uns nachzudenken. Wir Menschen haben uns seit 300.000 Jahren entwickelt. Wir haben gelernt, aufrecht zu gehen und Nahrung zu sammeln. Wir sind sesshaft geworden und haben eingesehen, dass wir über den „Tellerrand“ der Gegenwart blicken müssen, um die Zukunft erfolgreich zu gestalten. Wir haben verstanden, dass wir nur gemeinsam stark sind. Wir bilden persönliche Partnerschaften, die, so lautet unser Versprechen, ein Leben lang halten sollen. Wir sind bereit, unseren privaten und territorialen Lebensraum gegen Feinde von innen und außen zu verteidigen. Gegen Feinde! Jetzt beginne ich mich zu fragen, wie Feindschaft entsteht. Und warum sie überwiegend mit Gewalt bekämpft werden muss? Feinde sind doch auch Menschen - geht mir durch den Kopf. Ich suche in der Geschichte nach Antworten, weil es dort immer heißt, dass wir aus ihr lernen können. Um die Übersicht nicht zu verlieren, grenze ich den Zeitraum auf die letzten 100 Jahre ein. Zwei Weltkriege, viele Bürgerkriege, Massenvernichtung und nicht wenige regionale Konflikte, in denen todbringende Waffen eingesetzt wurden, müssten eigentlich reichen, um verstanden zu haben. Verstanden, dass wir alle Menschen sind und leben wollen. Was läuft bei uns Menschen falsch, dass wir theoretisch zwar begreifen, den gleichen Fehler nicht zweimal machen zu sollen, aber in der Praxis des Miteinanders einfach nicht dazulernen können. So wie gestern und heute. Vielleicht ab morgen?
Dirk Hartwich