Macht sich so seine Gedanken: Dirk Hartwich, der nicht direkt gewählt wurde
Wahlanalyse gerät häufig zur Kaffeesatzleserei
Auf der einen Seite die Gewinner, „wir haben alles richtig gemacht“, auf der anderen Seite die 2. Sieger, die ratlos scheinen und nach Erklärungen suchen.
Analysen nach der Wahl sind notwendig, unterliegen aber fast immer auch dem Selbstbetrug.
Ein weiterer Erklärungsversuch in 8 Punkten aus der Sicht der Rhader SPD, die nicht schlecht abgeschnitten hat, aber auch nicht, wie selbst erwartet, gut:
- Das Wahlergebnis:
Beide Rhader Parteien scheinen ihre „Stammwähler“ gefunden zu haben.
- Die Nichtwähler:
Der Rhader Anteil von ca. 43 Prozent hat sich zum unbeweglichen Block entwickelt
- Die Protestwähler:
15% (!) der gültigen Stimmen erhalten Parteien/Personen, die für Rhade nichts tun
- Die Parteien:
Die Musik spielt in Dorsten. Parteigliederungen vor Ort werden immer weniger gehört.
- Die ehrenamtlichen Kommunalpolitiker:
Der Aufwand ist riesig, die Verantwortung groß, der Respekt gering.
- Die öffentliche Wahrnehmung:
Presse? Mal so, mal so. Bürgerversammlungen? Kaum mehr als 50 Interessierte. Sprechstunden? Kaum Interesse. Eigene Publikationen? Eine begrenzte Möglichkeit. Neue Medien – Internet, Facebook und Co? Heute ein MUSS. Die Erreichbarkeit ist aber überschaubar.
- Das Fazit:
Ehrenamtliches gesellschaftspolitisches Engagement ist alternativlos, trotz schwindender Parteienbindung. Engagierte Persönlichkeiten im Ort sind unverzichtbar, Enttäuschungen sind einzukalkulieren.
- Die entscheidende Frage:
Weiter so wie bisher? Jetzt heißt es erst einmal durchzuatmen, gemeinsam zu beraten, den Selbstbetrug auszuklammern und die „richtigen“ Weichenstellungen für Rhade einzuleiten.
Morgen: Ein Kommentar zur Bürgermeisterwahl und der bevorstehenden Stichwahl – aus Rhader Sicht