Was tun, wenn die Demokratie abgewählt wird?
Ok, die sogenannten etablierten Parteien haben in den letzten Jahren nicht alles richtig gemacht. Aber auch nicht alles falsch. Wir haben uns zu einem wohlhabendes Land entwickelt und sind auf vielen Ebenen Vorbild für andere Länder. Wir haben unsere Schuld, während der Nazizeit für unendliches Leid weltweit verantwortlich gewesen zu sein, anerkannt. Eine Kollektivscham über die unglaublichen Verbrechen steht auch den Generationen, die mit der Gnade der späten Geburt argumentieren, weiterhin gut zu Gesicht. Die wichtigste Lehre kann aber mit den zwei Worten NIE WIEDER bestens beschrieben werden. Dennoch ist der sogenannte Bodensatz an Ewiggestrigen immer erkennbar gewesen. Unsere demokratischen Strukturen waren aber so stabil, dass diese Antidemokraten, die von ihrem unerklärlichen Hass auf anders Aussehende, anders Denkende, anders Glaubende, anders Liebende nie lassen konnten, eine vernachlässige Größe blieben. Bis gestern. Heute signalisieren Wählerumfragen, dass wir mit allem rechnen müssen. Nämlich, dass tatsächlich eine Partei in unserer Demokratie von einer Mehrheit der Wählerinnen und Wähler Regierungsverantwortung übertragen bekommt, die von den Verfassungsorganen als in wesentlichen Teilen verfassungswidrig erkannt wird. Der Volksmund hat für solches Tun eine passende Weisheit: „Du sollst den Ast nicht absägen, auf dem du sitzt!“
Nachdenkzeilen aus Rhade