Zu große Erwartungen münden in Enttäuschung
Die SPD hat die letzte Bundestagswahl mit Glanz und Gloria verloren. Dennoch konnte der Vorsitzende Sigmar Gabriel der ernüchterten Parteibasis ein Gefühl vermitteln, Verantwortung für unser Land tragen zu müssen. Der Rest ist bekannt. Überzeugend stimmten die Mitglieder in einer beispiellosen Mitbestimmungsaktion der Koalitionsvereinbarung mit der CDU/CSU zu. Tatsächlich wurden ureigene SPD-Positionen auch von der starken CDU und der schwierigen CSU durchgewunken. Die Erwartungen, jetzt davon zu profitieren, erfüllten sich nicht. Stattdessen steckt die SPD Prügel von allen Seiten ein, weil die „reine Lehre“ z. B. bei Fracking und TTIP nicht durchzusetzen ist. Wie denn auch? Mit einem 25%-Anteil kann man zwar mitregieren, aber nicht allein bestimmen! Das ist der Preis der Großen Koalition. Die SPD hat kein inhaltliches, sondern ein personelles Problem. Wer ist ein wirklicher Sympathieträger in der Öffentlichkeit und den Medien? Wer vermag, der SPD ein modernes Gesicht zu geben? Die SPD muss jetzt beginnen, darüber zu diskutieren. Auf allen Ebenen. Noch eins: Die Sozialdemokratie hat sich nicht überlebt. Sie wird weiter dringend gebraucht. Wichtig wäre, die Erwartungen der Wirklichkeit anzupassen und bei der Neuaufstellung mitzumachen.
Ein kleiner Kommentar aus Rhade