Wer nur mit Facebook, Twitter und Co. Politik erklären will, ist zu kurz gesprungen

Gesellschaft

Gesellschaftspolitische Zusammenhänge lassen sich nicht auf wenige Zeichen reduzieren

Die Welt ist aus den Fugen geraten. Krieg in Europa, Klima in Turbulenzen und Demokratie in gefährlicher Schwächephase. Um zu verstehen, müssen die politischen Akteure zuhören und wissenschaftliche Erkenntnisse aufgreifen. Das Lesen der Überschriften reicht nicht aus, um verantwortungsvoll zu handeln. Die sogenannten Kurznachrichtendienste und sozialen Medien verführen aber geradezu, schnell eine Meldung oder Meinung „rauszuhauen“, aufzugreifen oder zu teilen. Viele Leser, auch Follower genannt, reagieren noch verkürzter nur mit dem gehobenen Daumen oder irgendeinem emotionalen Smiley. Auf der Strecke bleiben Hintergrundwissen und nötiger Meinungsaustausch. Eine fatale Entwicklung. Gedruckte Zeitungen verschwinden, Parteien sind ratlos. Der Glaube, nur mit Facebook, Twitter und Co. zu überleben, zieht aber den Strick am eigenen Hals weiter zu. Auch, weil Multimilliardäre wie Elon Musk und Mark Zuckerberg die genannten Medien nicht nur als lukrative Geschäftsidee ansehen, sondern damit Politik in ihrem Sinne machen. Demokratischen Strukturen, Mitbestimmung der Arbeitnehmer, Datenschutz? Fehlanzeige! Grund genug, sich an und mit dieser gezielten Desinformationsmaschinerie nicht mehr zu beteiligen. 

Wochenendgedanken aus Rhade

 
 

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