Dirk Hartwich 11. Juli 2010
Am Stuvenberg 39
46286 Dorsten-Rhade
Ruhr Nachrichten/Dorstener Zeitung
Herrn Krause
Ein offener Brief zur Berichterstattung Bürgerforum Lembeck und der Kommentierung „Die Unlust der Bürger“
Sehr geehrter Herr Krause,
in Ihrer Berichterstattung / Kommentierung über das letzte Bürgerforum kann man, auch zwischen den Zeilen, zweierlei herauslesen:
1. Die Bürgerinnen und Bürger nehmen die Angebote, über kommunale Themen informiert zu werden, nicht ausreichend wahr. „Maximal 18 Teilnehmer (ohne Parteibuch)“. Selbst schuld.
2. Engagierte Kommunalpolitiker/Parteienvertreter werden nicht mitgezählt, weil sie „parteipolitische Interessen“ vertreten. Sollen sich zurück halten.
Zum 1. Punkt:
Wenn jahrelang die Mitwirkung von Bürgern zurückgefahren wird (ich denke hier an die ersatzlose Streichung der Bezirksausschüsse und die neuerlichen Überlegungen, auch den Stadtrat zu verkleinern), wenn jahrelang nur nach Beschlussfassung informiert wird, wenn Verwaltung fast depressiv nur noch über die schlechte Finanzlage klagt, wenn nicht mehr zum aktiven Mitmachen motiviert wird – dann kann nichts anderes als momentanes Desinteresse herauskommen.
Vergleichen Sie den Trainer einer Fußballmannschaft mit der Verwaltungsspitze. Auch in scheinbar aussichtsloser Situation kann man mit guter Motivation „Berge versetzen“. Dazu muss man aber von sich selbst überzeugt sein.
Zum 2. Punkt:
Was wäre, wenn in Dorsten (und in der übrigen Republik) keine Parteien/Parteienvertreter miteinander konkurrieren würden?
Es ist doch erst das faire Ringen um den besten Weg, der in der Regel auch zu vertretbaren Ergebnissen führt.
Warum wird dieses Engagement (fast immer oder zumindest häufig) mit „parteipolitischen Interessen“ negativ bewertet?
Fazit:
- Wenn man will, dass Dorsten sich weiter entwickelt (Wer will das nicht?), muss ständig daran arbeiten, alle Bürgerinnen und Bürger mitzunehmen.
- Die Verwaltungsspitze, einschließlich des Bürgermeisters muss lernen, nicht immer zu sagen warum was nicht geht.
- Gute Ideen zu entwickeln und sie in Pläne zu gießen, kostet erst einmal nicht so viel.
- Die Umsetzung kann dann in einzelnen Abschnitten erfolgen – nach Kassenlage. (Beispiel Umbau Debbingstraße zu einem für alle sicheren Verkehrsweg.
- Ein Trainer, der nicht mehr motivieren kann und/oder die Mannschaft nicht mehr richtig erreicht, verliert seinen Job.
- Eine Verwaltungsspitze, die nicht mehr motivieren kann und/oder die Bürgerinnen und Bürger nicht mehr richtig erreicht, ……….
- Und die örtliche Presse? Auf die unabhängige Schiedsrichterrolle kann und will keiner verzichten. Die kommunalpolitisch interessierten und engagierten Menschen in den Parteien haben es aber nicht immer verdient, pauschal durch beiläufige Anmerkungen (vertreten ja nur Parteiinteressen), abgewertet zu werden. Warum wird nicht auch das Positive dieses Bemühens kommentiert?
Mit freundlichem Gruß
Dirk Hartwich