Willy Brandt wäre am 18. Dezember 100 geworden -
Eine persönliche Erinnerung
Die 68er-Generation meldet sich Mitte 1960 politisch zu Wort. Nicht leise und zurückhaltend, sondern laut, aggressiv und auf der Straße. Sie ist nicht mehr einverstanden mit der selbstgerechten Elterngeneration, die die Gräuel des Krieges nach wie vor verdrängt und nach dem Motto handelt: „Keine Experimente“. Sie ist nicht einverstanden mit dem Vietnamkrieg. Sie fordert endlich, mit der Bildungsgerechtigkeit zu beginnen. Diese Generation ist politisiert und bereit, sich einzumischen und Verantwortung zu übernehmen. Willy Brandt, der charismatische Vorsitzende der SPD, wird zum personifizierten Symbol des Aufbruchs.
Die SPD erlebt einen ungeheuren Aufschwung. Mehr als 1 Million Mitglieder haben das SPD-Parteibuch in der Tasche (Heute sind es weniger als die Hälfte).
Willy Brandt, der von der Union, den Vertriebenenverbänden und Teilen der Öffentlichkeit wegen seiner beeindruckenden, mutigen Vergangenheit nicht nur diskriminiert, sondern aufs schlimmste beleidigt und verletzt wurde, steht für den wichtigen Satz
„MEHR DEMOKRATIE WAGEN“.
Dieser Satz ist zum Programm geworden. Bis heute hat er seine Gültigkeit behalten. Mit Stolz blicken wir, die wir damals „den Marsch durch die (Partei)-Institutionen“ mitgemacht haben, wehmütig auf Willy Brandt zurück, der jetzt 100 Jahre alt geworden wäre. Wehmütig, weil der SPD seit Jahren, oder sind es schon Jahrzehnte?, eine Persönlichkeit dieses Formats fehlt.
Viele, aus der 68er-Generation haben sich zurückgezogen. Manche schmollen, einige können nicht mehr, andere haben sogar die Seite gewechselt. Es sind aber auch welche "bei der Stange" geblieben.
"Es ist das Verantwortungsbewusstsein, dass mich weiter motiviert", so einer aus Rhade, der dabei war und dabei geblieben ist.
Was bleibt, ist die Erinnerung an Willy Brandt und der Stolz, in dieser Zeit dazugehört zu haben.
Eigener Bericht
Wichtige Daten von Wikipedia übernommen:
Willy Brandt (* 18. Dezember 1913 in Lübeck als Herbert Ernst Karl Frahm; † 8. Oktober 1992 in Unkel) war ein deutscher sozialdemokratischer Politiker. Er war von 1957 bis 1966 Regierender Bürgermeister von Berlin, von 1966 bis 1969 Bundesaußenminister und Stellvertreter des Bundeskanzlers im Kabinett Kiesinger sowie von 1969 bis 1974 vierter Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland. Für seine Ostpolitik, die auf Entspannung und Ausgleich mit den osteuropäischen Staaten ausgerichtet war, erhielt er 1971 den Friedensnobelpreis