Wo bleibt der öffentliche Aufschrei?

Gesellschaft

Menschenverachtende Attacke auf Behindertenwohnheim

Der folgende Text ist real. Keine Übertreibung. Aber ein Skandal, der uns aufrütteln muss. Der Vater eines mehrfach schwerstbehinderten Kindes, ein renommierter Fotograf, berichtet in unregelmäßigen Abständen im ZEIT-Magazin in Wort und Bild über das reiche Zusammenleben mit seinem Sohn und den vielen Alltagsproblemen, für die sich aber bisher immer Lösungen finden ließen. Das Ziel der Information ist, nicht Mitleid zu erzielen, sondern für respektvollen und gleichberechtigten Umgang mit behinderten Menschen zu werben. So wie es in unserem Grundgesetz Artikel 3 heißt: „Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.“ Das scheint aber bei einigen Zeitgenossen unserer Gesellschaft nicht angekommen zu sein. In Mönchengladbach wurde bereits Ende Mai ein Stein durch das Fenster eines Behindertenwohnheims mit der Aufschrift, „Euthanasie ist die Lösung“ geworfen. Von den Medien kaum aufgegriffen, lautet die Klage der Betroffenen. Oder sind nicht bereits Verbitterung und Angst vor Bewertungen wie „lebensunwert“ herauszuhören? Ein beeindruckendes Foto ergänzt den Text im genannten Magazin. 96 Familien mit mehrfach schwerstbehinderten Angehörigen, insgesamt 254 Personen, winken fröhlich in die Kamera, haben aber eine Botschaft für uns: Die Würde des Menschen, jedes Menschens, ist unantastbar! Der Steinwurf von Mönchengladbach beweist leider, dass da mehr als eine Glasscheibe zerbrochen ist.

Wochenendgedanken aus Rhade auf Grundlage des ZEIT-Textes „FRIEDRICH UND DAS LEBEN“, Nr. 35, August 2024   

 
 

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