ZITAT*:
„An der Spitze stehen Politiker, die von der Massengunst emporgetrieben werden und sich den Zuspruch ebendieser Massen immer wieder aufs Neue sichern müssen. Daher rühren ihre nervöse Gefallsucht und die Jagd nach immer neuen und sichtbaren Augenblickserfolgen, das ängstliche Schielen nach dem Beifall der Masse, das Fehlen jeder Gelassenheit, die eine legitime Regierung kennzeichnet. Charakteristisch sind die ungeheure Empfindlichkeit für Beifall oder Tadel der Volksführer und deren Minderwertigkeitskomplex, der sich hinter der Lautheit des Gebarens nur allzu verräterisch verbirgt. Zur äußeren Zusammenschweißung des Volkes greifen die Führer solcher Staaten auf das bewährte Integrationsmittel des Nationalhasses und Krieges zurück. Sie betreiben die Auflösung aller Werte und Normen, verkünden die zynische Freiheit in der Wahl der Mittel, die in Ermangelung wirklich fester Ziele selbst zum Endzweck werden.“
*) Wilhelm Röpke (1899-1966), Ökonom und Staatswissenschaftler. Sein Text scheint punktgenau auf Donald Trump zu passen, wurde aber bereits 1939 veröffentlicht. Röpke beschrieb in seiner Analyse die tyrannische Herrschaftsform moderner Volksverführer, hatte dabei Adolf Hitler fest im Blick. Wilhelm Röpke musste bereits 1933 ins Exil fliehen. Der Text wurde dem Buch „Wie konnte das geschehen?“, (Seiten 650/651) entnommen, das der Historiker Götz Ali geschrieben hat. Lesenswert!