Thomas Mann war Weltliterat und ist demokratisches Vorbild
Er wurde vor 150 Jahren geboren. Seine Jahrhundertromane, unter anderem Buddenbrooks und Zauberberg, viele hundert Seiten stark, nehmen die Leser mit, die Vielfalt der deutsche Sprache ganz neu zu erfahren. Viele Auszeichnungen, darunter der Literatur-Nobelpreis 1929, beweisen, weltweit als Schriftsteller anerkannt zu sein. Thomas Mann war aber auch ein politischer Mensch, der sich frühzeitig gegen Hitlers Nationalsozialismus positioniert hat. Um sich und das Leben seiner Familie zu schützen, emigrierte er in die USA. In vielen Radiobeiträgen, vom Ausland ausgestrahlt, wandte sich Thomas Mann an die deutschen Hörer, um vor Hitler zu warnen. Berühmt ist auch seine „Deutsche Ansprache“, die er bereits 1930 im Berliner Beethovensaal hielt: Der NSDAP hielt er den Spiegel mit folgenden Worten vor: Sie sei „eine Riesenwelle exzentrischer Barbarei und primitiv-massendemokratischer Jahrmarktsrohheit“ mit „Massenkrampf, Budengeläut, Halleluja und derwischmäßigem Wiederholen monotoner Schlagworte, bis alles Schaum vor dem Munde hat“. Als das „1000jährige Reich“ nach 12 Jahren in Trümmern und unendlichem Leid lag, kehrte Thomas Mann in sein Heimatland zurück. Statt ihn mit offenen Armen aufzunehmen, schlug ihm, wie so vielen die vor der drohenden Ermordung ins Exil flohen, Skepsis bis offene Ablehnung entgegen. Deutschland hatte auch nach 1945 dem Nationalsozialismus noch nicht abgeschworen. Die Aufarbeitung und die daraus folgende Demokratisierung dauerte bis in die 1980er Jahre. Heute dürfen wir stolz auf Thomas Mann sein. Er ist Vorbild, um in unserem Widerstand gegen die neuen Nationalisten nicht aufzugeben.
Eine Rhader Würdigung an den politischen Thomas Mann. Wird morgen fortgesetzt mit: „Für Sie gelesen - Herr und Hund“. Quelle des Zitats: Wikipedia