Dr. Hans-Udo Schneider, Sozial- und Industriepfarrer. Zu den umstrittenen Zahlungen des RAG-Konzerns an verschiedene Landespolitiker und zu deren Reaktionen bringt der Sozial- und Industriepfarrer Dr. Hans-Udo Schneider folgende Gedanken auf´s digitale Papier:
Das schlägt doch dem Fass den Boden aus. Unverschämter geht es kaum. Statt ganz kleine Brötchen zu backen, wettert der Landtagsabgeordnete Josef Hovenjürgen nun gegen die RAG – Beiratsvergütung. Fast hat man den Eindruck, Herrn Hovenjürgen ist aufgedrängt worden, was er eigentlich gar nicht wollte. Hat sich gar die RAG die Kontonummer des Abgeordneten auf dunklen Wegen beschafft?
Nein, das ist alles ganz normal gelaufen. Mit sicherem Gespür für Volkesmeinung schaltet Herr Hovenjürgen jetzt auf Vorwärtsverteidigung.
Fakt ist, die Landschaftspflege der RAG hat sich der Abgeordnete Hovenjürgen, wie andere auch, mehr als fürstlich honorieren lassen: 15.000 € für einen zweimaligen Plausch bei Kaffee und Kuchen. Für Millionen Beschäftigte, die trotz Arbeit auf keinen grünen Zweig kommen, kann das nur mit Hohn und Spott bedacht werden Nach den Wahlen fragen wir dann wieder: woher kommt bloß die Politikverdrossenheit? Die Antwort ist nicht schwer. Was hier abgeht, ist zum System geworden.
Weil immer mehr Menschen versuchen, sich auf Kosten der Allgemeinheit zu bereichern, müssen Schwimmbäder, Büchereien und Schulen geschlossen werden. Denn in diesem reichen Land fehlt es nicht an Geld. Aber nichts, was an Heuchelei nicht noch zu toppen ist: In Windeseile mutieren die so kalt „Erwischten“ zu edlen Spendern.