- Frage: Warum muss sich eine Gesellschaft, eine Stadt, um den Tierschutz kümmern?
Heike Unkel: Es ist Pflichtaufgabe der Städte, sich um Fundtiere zu kümmern – da sie sich um Fundsachen kümmern müssen, und dazu gehören leider auch Tiere. Sollte eine Stadt keinen Tierschutzverein haben, der diese Aufgabe für sie übernimmt, muss eine andere Stadt bzw. ein anderes Tierheim einer anderen Stadt dies übernehmen, und das ist extrem teuer, weil die anderen Städte sich diese zusätzliche Leistung hoch bezahlen lassen.
2. Frage: Wie finanziert das Tierheim die laufenden und die Investitionskosten?
Heike Unkel: Das Tierheim besteht seit 1959 und wurde bis zum Jahr 2013 nur mit ehrenamtlichen Mitarbeitern geführt. Wegen des maroden Zustandes der Gebäude und der nicht tierschutzgerechten Unterbringung und Haltung der Tiere drohte die Schließung des Tierheims von Seiten des Veterinäramtes.
Unter der neuen Tierheimleitung wurden mit der Stadt mehrere Verträge geschlossen. Für die laufenden Kosten inklusive 2 ½ hauptamtlichen Mitarbeitern wurden 110.000 Euro jährlich ausgerechnet. Der Betriebsvertrag sieht eine Beteiligung der Stadt von jährlich 80.000 Euro vor, das restliche Geld muss durch Spenden aufgebracht werden.
Des weiteren wurde ein Erbbaurechtsvertrag zwischen dem Tierheim und der Stadt geschlossen. Die gewährten Zuschüsse in Höhe von 400.000 Euro für die zwingend notwendigen Bauten sind für die Stadt durch eine Grundschuldbestellung zu Lasten des Tierschutzvereins gesichert. Die wirklichen Baukosten betragen rund 600.000 Euro – die Differenz muss durch Spenden aufgebracht werden. Diese Kosten sind die reinen Baukosten, Gelder für den Architekten, den Brunnenbau und das Interieur (Quarantäne-Krankenstationsboxen, Hundehütten, Katzenkratzbäume etc.) sind darin nicht enthalten und müssen zusätzlich aufgebracht werden.
3. Frage: 3 Wünsche hat die Vorsitzende frei: Sie lauten?
Heike Unkel:
1. Dass spätestens in 2 Jahren das Tierheim so gestaltet ist, dass unseren zahlreichen Schützlingen eine artgerechte Unterbringung und Versorgung zugute kommen kann.
2. Dass alle Dorstener Tierhalter das Tierheim als ihr Tierheim empfinden – jedes Tier kann aus unterschiedlichsten Gründen einmal unsere Hilfe und Betreuung benötigen.
3. Dass die große Unterstützung der Dorstener Bürgerinnen und Bürger noch weiter zunimmt, damit auch die Zukunft des Tierschutzes und des Tierheimes in Dorsten gesichert ist.
Vielen Dank