
Wir sind Europa – wissen das unsere Partner auch?
Axel Schäfer, SPD-MdB hat vor einer Woche eine bemerkenswerte Rede anlässlich des Dorstener SPD-Empfangs zu Europa gehalten. Wir sind Europa. Frieden, Freiheit und Wohlstand sind nicht vom Himmel gefallen, sondern Ergebnis eines wunderbaren Bündnisses. Das gilt es zu erhalten, bewahren und zu pflegen.
Soweit so gut, richtig und alternativlos.
Ein Blick nach England.
Die EU-Skepsis ist auf dem Höhepunkt, weil Politiker immer dann punkten, wenn sie gegen Brüssel wettern. Ein Austritt GB ist nicht unmöglich.
Ein Blick nach Italien.
Noch heute Abend wissen wir mehr. Wenn tatsächlich ein Komiker und ein Clown als Sieger der Wahl hervorgehen, dann gute Nacht Europa.
Ein Blick nach …
Wir können hingucken wohin wir wollen, Europa ist in der Krise.
An dieser Stelle wurde schon einmal kritisch hinterfragt, ob Europa nicht zu schnell gewachsen ist. Ob es nicht besser wäre, mal innezuhalten und die aufgelaufenen Probleme Stück für Stück abzuarbeiten. Ob es nicht besser wäre, in so einer Zeit des Reparierens und Stabilisierens, vorerst keine neuen Mitglieder aufzunehmen.
Stattdessen steht die Erweiterung der EU um Kroatien und Serbien (?) an. Auch die Türkei steht (wieder) aktuell auf der Agenda der Tagespolitik.
Wir wollen Europa. Wir wollen ein großes Europa. Wir wollen aber auch ein stabiles Europa. Ein Europa auch der Werte, nicht nur ein Europa des ungehemmten wirtschaftlichen (Finanz)-Wachstums.
Nur so ist der EU-Skepsis in der Bevölkerung zu begegnen und neues Vertrauen aufzubauen. Wir sind Europa. Wir wollen Europa bleiben. Wir wollen keine Partner verlieren. Wir wollen Europa auch ausbauen. Wir sollten Europa, im eigenen Interesse, aber eine Denk- und Atempause gönnen.
Dirk Hartwich