
1. Frage:
Noch 18 Tage bis zur Bürgermeisterwahl. Ein erstes Resümee?
Antwort:
Es ist der mit Abstand spannenste Wahlkampf, den Dorsten seit ewiger Zeit erlebt. Die Tatsache, dass es garantiert einen neuen Bürgermeister gibt, bewegt die Menschen, macht neugierig auf die zur Wahl stehenden Kandidaten und weckt Interesse an Politik ganz allgemein, wie auch den unterschiedlichen Positionen der Parteien, der Wahlkreiskandidaten und Bürgermeisterkandidaten. Das ist gut für die Demokratie und gut für Dorsten. Herausragend im bisherigen Wahlkampf empfand ich insbesondere das Interesse junger Menschen an Kommunalpolitik, das von den Jusos initiierte "Kandidatengrillen" gehört sicher zu den bisherigen highlights. Mir persönlich macht der Wahlkampf ausgesprochen viel Spass. Anstrengend sicher, aber die Möglichkeit, ganz intensiv mit vielen Menschen aus allen Stadtteilen auf der Strasse und in Veranstaltungen in Kontakt zu kommen, gibt viele Anregungen, Erkenntnisse und nicht zuletzt wichtige Kontakte, die in Zukunft im Amt hilfreich sein werden. Ein Fazit schon jetzt: Als Bürgermeister werde ich diese Form des regelmäßigen Kontaktes vor Ort mit den Bürgern beibehalten, um nah bei den Menschen, ihren Sorgen, Ideen und Wünschen zu bleiben.
2.Frage:
Seit Wochen sind Sie in der Stadt und den Stadtteilen unterwegs. Gab es dabei Neues zu erkennen und entdecken?
Antwort:
Ja, wie ich gerade schon sagte, die Eindrücke sind vielfältig und müssen sicher zu einem späteren Zeitpunkt nochmal sorgfältig sortiert und dann aufgearbeitet werden. Sofort spürbar wird bei den Besuchen vor Ort die hohe Identifikation der Bürgerinnen und Bürger mit ihrem jeweiligen Ortsteil. Das ist eine hervorragende Voraussetzung, wenn es darum geht, Stadtteilentwicklung mit den Bürgerinnen und Bürgern vor Ort offen und transparent, gemeinsam mit Politik und Verwaltung weiter voran zu bringen. Die Bereitschaft, sich für sein Wohnumfeld einzubringen, ist in den Ortsteilen sicher unterschiedlich stark ausgeprägt, aber überall vorhanden. Ehrenamt und bürgerschaftliches Engagement sind ein Markenzeichen und Gütesiegel der Dorstener Stadtgesellschaft, ein Pfund, das mich positiv in die Zukunft blicken lässt. Ein Punkt, der mich ein wenig traurig stimmt: In den Gesprächen wird zu oft unter Verweis auf die schwierige Haushaltslage eine gute Idee zu schnell verworfen. Ich plädiere dafür, dass Thema Finanzen nicht als "Totschlagargument" zu missbrauchen. Veränderungen sind nicht selten auch mit Kreativität und geringem Aufwand möglich, und schließlich geht es ja auch immer um die Frage, wofür die begrenzten Mittel eingesetzt werden.
3. Frage:
Mehr Bürgerbeteiligung wollen plötzlich alle Parteien und Kandidaten in Dorsten. Das heißt im Umkehrschluss, dass da im Rathaus bisher was versäumt wurde. Was werden Sie als Bürgermeister von Dorsten konkret ändern?
Antwort:
Ja, das kann ich aus meiner Wahrnehmung nur bestätigen. Ich habe mir bei so manchen Veranstaltungen der letzten Wochen auch zum Teil verwundert die Augen gerieben, woher bei einigen meiner Konkurrenten diese scheinbar späte Einsicht in die Sinnhaftigkeit von Bürgerbeteiligung kommt. Da sind die Kandidaten von CDU und FDP offensichtlich vom Saulus zum Paulus mutiert. Allerdings können sie nicht auf die Vergesslichkeit der Bürger hoffen und müssen sich schon die Frage gefallen lassen, warum sie in den letzten 15 Jahren der konservativen Mehrheit nichts entsprechendes auf den Weg gebracht haben.
Wenns konkret wird, wird übrigens deutlich, wie viel Lippenbekenntnis wohl auch dabei ist. Ich hingegen werde mich als Bürgermeister darum kümmern, dass Stadtteilkonferenzen in allen Stadtteilen regelmäßig stattfinden. Ich will eingehend prüfen, unter welchen Voraussetzungen Stadtteilbudgets eingerichtet werden können, die in den Stadtteilen verwaltet werden. Ich werde mich dafür einsetzen, eine Bürgerbeteiligungssatzung im Rat zu verabschieden, die Beteiligungsformen und -rechte zwischen Politik, Verwaltung und Bürgern verbindlich regelt. Dies nur drei zentrale Punkte...und Sie können mich beim Wort nehmen.