Nun kommt doch noch Bewegung in die umstrittenen Freihandelsabkommen mit den USA und Kanada, TTIP und CETA genannt. Kritische Bürgerinitiativen haben als erste darauf aufmerksam gemacht, dass da Geheimverhandlungen der EU mit den transatlantischen Partnern USA und Kanada im Hinterzimmer stattfinden. Ziel: Abbau der Handelshemmnisse. Aber wie so häufig bei Verträgen, ist das Kleingedruckte ganz besonders wichtig. Und hier sind u. a. die 3-Mann-Schiedsgerichte zu nennen, die im Falle von unterschiedlichen Auffassungen, ebenfalls im Hinterzimmer, nichtöffentlich Recht sprechen. Die Rhader SPD hat mehrfach auf dieser Internetseite darüber berichtet. Besonders über die Tatsache, das inzwischen Kanzleien erkannt haben, dass da mit einer neuen Geschäftsidee viel Geld verdient werden kann. „Vattenfall gegen Deutschland“. Ein aktuelles Beispiel. Forderung an Deutschland: 3,5 Mrd. Euro wegen des vorzeitigen Atomausstiegs. Jetzt reagieren Die SPD-Minister Heiko Maas (Justiz) und Sigmar Gabriel (Wirtschaft):
Bundespolitik
Maas kämpft gegen Schiedsgerichte
Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) hat seine EU-Amtskolleginnen und -kollegen aufgefordert, sich gegen geheime Schiedsgerichte in dem transatlantischen Freihandelsabkommen TTIP einzusetzen. Die bestehende staatliche Gerichtsbarkeit reiche völlig aus, so Maas in dem mit Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) abgestimmten Schreiben. „Ich bin der Auffassung, dass Streitigkeiten zwischen Investoren und Staaten durch staatliche Gerichte und nicht durch internationale Schiedsgerichte entschieden werden sollten“, zitiert die „Frankfurter Rundschau“ am Donnerstag Heiko Maas aus seinem Brief an die EU-Justizministerinnen und -minister.
Konzerne könnten Staaten verklagen
Die Schiedsgerichte sind ein möglicher Teil des Freihandelsabkommens TTIP, das derzeit zwischen der Europäischen Union (EU) und den USA ausgehandelt wird. Dabei gehe es um den Schutz ausländischer Investoren und Unternehmen vor staatlicher Willkür, so Befürworter dieser Schutzklausel. So könnten Großkonzerne zum Beispiel gegen Umweltschutzauflagen klagen. Das Verfahren würde dann vor einem nicht öffentlichen Schiedsgericht ausgetragen werden.
Maas setzt auf neue EU-Kommission
Angesichts der Folgen solch möglicher Investorenschutzklauseln in TTIP hofft Maas nun auf die neue EU-Kommission. Er sehe hier „Anzeichen für ein Umdenken“, so Maas. Denn während sich die scheidende EU-Kommission in der Vergangenheit zu Schiedsgerichten positiv geäußert hätte, habe der künftige EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker sich bereits mehrfach klar gegen Sondergerichte für Investorenklagen ausgesprochen, so Maas. Zuletzt habe sich auch die designierte EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström gegenüber dem EU-Parlament dieser Kritik angeschlossen.
Maas: Neue Kommission stärken
„Ich möchte Sie daher bitten, die neue Europäische Kommission und das Europäische Parlament in ihrer Kritik zu unterstützen“, schreibt Maas nun an seine Kolleginnen und Kollegen der EU-Partnerstaaten. Denn es gehe auch ohne geheime Schiedsgerichte: Die USA hätten nämlich auch Freihandelsabkommen ohne solche Schiedsgerichte abgeschlossen – zum Beispiel mit Australien, Singapur und Israel.
Vorbemerkung (SPD-Minister gegen Schiedsgerichte): SPD-Rhade
Hauptartikel (Maas kämpft gegen Schiedsgerichte): www.spd.de