
Titelzeile der WAZ-Dorsten 1993 - Eine Erinnerung an die örtliche Friedensbewegung
Vor 81 Jahren, am 8. Mai 1945 endete der 2. Weltkrieg, den Nazi-Deutschland 6 Jahre zuvor (1939) völkerrechtswidrig begann und weltweit millionenfachen Tod, unendliches Leid und unvorstellbare Zerstörungen verursachte. „Nie wieder“ schworen daraufhin die Überlebenden und lernten erfolgreich Demokratie. Noch galt die allgemeine Sprachregelung, dass Deutschland den Krieg verloren habe. Die Erkenntnis, dass es sich parallel um eine Befreiung vom Faschismus und der damit einhergehenden verbrecherischen Naziideologie handelte, brauchte aber noch 40 Jahre. Es war der christdemokratische Bundespräsident Richard von Weizsäcker, der am 8. Mai 1985 im Bundestag eine historische Rede hielt, in der er den Begriff der Befreiung von der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in den Mittelpunkt stellte. Eine Formulierung, die bundesweit von Friedensgruppen aufgegriffen und mit kreativen Veranstaltungen begleitet wurde. So auch in der Lippestadt. Mit vielfältigen Kultur- und Informationsveranstaltungen wurde u. a. im Mai 1993 der weltweiten Opfer gedacht, der Schwur „Nie wieder“ erneuert und für Frieden und weltweite Abrüstung geworben. In der ausverkauften Petrinum-Aula trat dazu die Musikformation Grupo Sal mit dem Konzert „500 Jahre Einsamkeit - Die Geschichte einer tödlichen Entdeckung“ auf. Veranstalter waren die Dorstener Pax Christi-Gruppe, Frauen für den Frieden sowie die AG Frieden und Abrüstung des Paul Gerhardt-Hauses. Ideelle Unterstützer waren alle Dorstener Parteien, Kirchen, Gewerkschaften und Stadtverwaltung. Beide Lokalzeitungen berichteten umfangreich. Leider kann heute nur an das Dorstener Engagement erinnert werden. Besser wäre, wenn hier für eine Friedensveranstaltung im Mai 2026 geworben werden könnte. Sie wäre so wichtig!
Rhader Erinnerungen an Dorstener Friedensbewegung