„Wie hat Israel Sie verändert?“ - Ein Interview mit Steffen Seibert im ZEIT MAGAZIN*
11 Jahre lang war er Pressesprecher der Bundeskanzlerin Angela Merkel. Danach 4 Jahre deutscher Botschafter in Israel. Nun ist er mit 66 Jahren in den Ruhestand getreten. Steffen Seibert ist zwar zurück in seinem Wohnort Berlin, gedanklich aber immer noch in Israel. „Ich mochte mich hier“, so seine Liebeserklärung an seine Zeit in Israel. Botschafter Deutschlands zu sein, ist hochpolitisch und verantwortungsvoll. Steffen Seibert gelang es, dem Amt einen besonderen Anstrich zu verleihen. Einerseits ist die Sicherheit Israels deutsche Staatsräson, andererseits gilt diese Selbstverpflichtung nur für die international anerkannte Fläche in den Grenzen von 1967, nicht aber für das Westjordanland und Gaza. „Das sind für uns (Deutschland) besetzte Gebiete.“ Mit seiner manchmal undiplomatischen Art hat sich Steffen Seibert immer mal wieder auch den Unmut der Netanjahu-Regierung zugezogen. Er besuchte die besetzten Gebiete und zeigt sich erschüttert über die persönlich erlebte brutale Gewalt israelischer Siedler gegenüber den einheimischen Palästinensern. Zurück in Deutschland fällt ihm auf, dass unser Land, im Gegensatz zu Israel, viel zu wenig an sich glaubt. Fehler werden hier nicht verziehen, sondern „zur kompletten Unfähigkeit hochgejazzt“. Das Interview mit Steffen Seibert öffnet dem Leser Türen, die den Blick auf Israel und Deutschland weiten. Lesenswert!
Dirk Hartwich
*ZEIT MAGAZIN 35 vom 13.08.2026