83 Jahre danach sind die Wunden nicht verheilt - Sonntagsgedanken aus Rhade
Der Größenwahn Adolf Hitlers hat die Welt in Trümmer gelegt und Millionen Menschen das Leben gekostet. Die Verbrechen, die im Namen Deutschlands weltweit begangen wurden, holen uns immer wieder ein. Polen wurde von deutschen Soldaten in Schutt und Asche gelegt. Wer Widerstand leistete, bezahlte mit dem Leben. Kann ein Land und seine Menschen das je vergessen? Nun hat die polnische Regierung eine Bilanz der „Schäden“ vorgelegt und die Rechnung Deutschland präsentiert. 1,3 Billionen Euro Wiedergutmachung lautet die astronomische Summe. Juristisch spricht alles dagegen, dass Deutschland Reparationen leisten muss. Mehrere Nachkriegsverträge mit Polen sprechen eindeutig dagegen. Es gibt aber neben der juristischen Bewertung, die moralische. Und hier ist sich Deutschland seiner Verantwortung absolut bewusst. „Leid und Schmerz dieses barbarischen Verbrechens wirken bis heute nach und sind uns ewig Mahnung“, so die Außenministerin am 83. Jahrestags des Überfalls. Erinnert sei heute auch an die Wehrmachtsverbrechen in anderen Ländern, die sich sich gegen die unrechtmäßige Okkupation durch Deutschland wehrten. Wir alle tragen noch heute sehr schwer an diesem Rucksack, den uns die Nazis, unterstützt von der Mehrheit der Bevölkerung, umgehängt haben. Wir tragen zwar keine Kollektivschuld, aber die Kollektivscham muss unser ständiger Begleiter bleiben.