Auf der Flucht – und nun? - Eine beeindruckende Veranstaltung der Rhader SPD

Gesellschaft

Rhader SPD diskutiert über Flüchtlingsdrama

Wer ist Flüchtling, warum wurde er dazu, wo kommt er her, wo will er hin und wie können wir helfen? Der thematische Einstieg (Dirk Hartwich) und die direkten lokalen Auswirkungen in Dorsten (Norbert Hörsken) waren der Auftakt zu einer sehr intensiven, spannenden und nachdenklich machenden Diskussion, an der sich alle Besucher der Rhader SPD-Versammlung beteiligten. Unstrittig war, dass diejenigen Flüchtlinge, die es nach Deutschland und Dorsten geschafft haben, ein Anrecht auf eine akzeptable Unterbringung, Versorgung und würdevolle Behandlung haben. Dazu gehört auch die individuelle Prüfung, ob ein Asylgrund nach unseren rechtsstaatlichen Kriterien, vorliegt. Über 500 Flüchtlinge leben, dezentral in fast allen Stadtteilen untergebracht, neben 200 bis 300 in der Erstaufnahmeeinrichtung des alten städtischen Gymnasiums. Während die erste Gruppe bereits registriert wurde und auf den Abschluss des Asylverfahrens wartet, wird die 2. Gruppe nach der Datenerfassung auf andere NRW-Städte verteilt. Die umfangreichen Informationen lösten eine Welle von Fragen und Meinungen aus. „Wir schaffen das“, so die führenden Bundespolitiker der Großen Koalition am letzten Wochenende. Diese Einschätzung wurde vor Ort so undifferenziert nicht geteilt. „Die Erwartungen, die jetzt in den Krisenregionen und den überfüllten Flüchtlingslagern (Türkei, Nordirak, Libanon, Jordanien, …) geweckt wurden, können wir nie und nimmer erfüllen“, so die Zusammenfassung der vielen unterschiedlichen Meinungen. Eva-Maria Rybarczyk forderte von den Politikern des Bundes und der EU klare Positionen und Führungsstärke. Hans-Willi Niemeyer sorgt sich um die „Rattenfänger“ am rechten Rand und Berthold John forderte sofort mehr Mittel und ehrenamtliches Engagement beim Sprachunterricht in Dorsten. Am Ende wurde versucht, ein Fazit zu ziehen. Unüberseh- und hörbar waren dabei eine gewisse Ratlosigkeit und auch Ängste, dass unsere Zivilgesellschaft die erkennbaren Herausforderungen auf Dauer nicht leisten kann. „Wir müssen einen klaren Kopf behalten und die vorhandenen Besorgnisse ernst nehmen, uns aber nicht nur davon leiten lassen“, so ein Statement über die auch vorhandenen,  Chancen einer geordneten Zuwanderung, die über ein Einwanderungsgesetz zu regeln wäre. Die Rhader Sozialdemokraten haben mit dieser Veranstaltung eindrucksvoll bewiesen, dass über ein so komplexes, globales Thema mit lokalen Auswirkungen, engagiert und niveauvoll diskutiert werden kann.

Eigener Bericht

 
 

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