Titelbild der fiftyfifty-Obdachlosenzeitung Ausgabe Oktober 2026 Gesellschaft Die Entlarvung des Dieter Bohlen - Schwurbel-Titan der neuen Rechten

Ein Kommentar von Hubert Ostendorf, Geschäftsführer von fiftyfifty e. V. Düsseldorf *

Es gibt Leiden, die man kennt: die des jungen Werthers in dem Klassiker von Goethe oder in dessen Adaption von Ulrich Plenzdorf, in der der junge Edgar Wibeau unheilbar verliebt ist, unaufhaltsam auf den Abgrund zusteuert und am Ende, je nach Fassung, versucht, sich das Leben zu nehmen oder einen Unfalltod stirbt. Und es gibt neue Leiden, weniger romantisch, dafür umso öffentlicher: die des alten B. - Dieter Bohlen. Seit über 40 Jahren im Geschäft, hat er sich ein neues Leiden zugelegt: den unbedingten Drang, der Nation die Welt zu erklären. Vermögenssteuer, Meinungsfreiheit, Brandmauer. Der Sozialstaat etwa sei jenseits von Gut und Böse, ein veraltetes Modell, das sich Deutschland nicht leisten könne. O-Töne zu anderen Themen gefällig? „Ich liebe Deutschland. Das Land ist geil, die Politiker sind scheiße.“ Oder: „Freiheit der Gedanken, das wird ja im Keim erstickt.“ Schließlich: „Ich habe 45 Jahre gearbeitet, 50 Prozent Steuern gezahlt und dafür noch nie ein Danke gekriegt.“ Bohlen liefert, was in rechten Kreisen am meisten zählt: Prominenz, Reichweite und die Aura des unbequemen Wahrheitssagers, der sich traut, was andere angeblich nicht dürften. Dass ausgerechnet einer der reichsten Entertainer Deutschlands zur Symbolfigur der Erzählung wird, der Staat nehme, während „die da oben" sich selbst bedienten, ist die eigentliche Pointe. Und das nicht auf irgendwelchen Kanälen. Bohlens Sprüche erreichen hohe Klickzahlen auf rechten Plattformen wie NIUS und COMPACT, wo auch die AfD zu Hause ist. Dies und viel mehr in der neuen fiftyfifty.

Dank an den Autor Hubert Ostendorf, der SPD-Sozial die Genehmigung zum Abdruck des Kommentars erteilt hat *Montag folgt eine Ergänzung über die Hilfsorganisation fiftyfifty

Veröffentlicht am 10.10.2026

 

Gesellschaft Wolf Biermann wird 90 - und hat uns noch etwas zu sagen: Ermutigung!

„Du, lass Dich nicht verhärten, in dieser harten Zeit …“

Er passt in kein gängiges Künstlerraster. Er ist Dichter, Sänger und durch und durch ein politischer Mensch. Wolf Biermann ist auch ein Grenzgänger der besonderen Art. Viele seiner Gedichte und Liedtexte sind zärtlich und mitfühlend, bestechen aber auch durch Klarheit sowie Motivation, dem Unrecht auf dieser Welt Paroli zu bieten. Unvergessen sein erster öffentlicher Auftritt nach seiner Ausbürgerung aus der DDR und die folgenden Proteste einer ganzen Künstlergeneration in Ost und West. Wolf Biermann hat zwar manchmal seine Meinung geändert, sich aber nie verbogen. Nun feiert er seinen 90sten Geburtstag. Wir zitieren aus seinem berühmten Lied ERMUTIGUNG (1968) die erster und letzte Strophe komplett sowie einige erste Zeilen aus weiteren 3 Strophen dieses Gesamtkunstwerks:

Du, laß dich nicht verhärten
in dieser harten Zeit.
Die allzu hart sind, brechen,
die allzu spitz sind, stechen
und brechen ab sogleich.

Du, laß dich nicht verbittern
in dieser bittren Zeit. …

Du, laß dich nicht erschrecken
in dieser Schreckenszeit. …

Du, laß dich nicht verbrauchen,
gebrauche deine Zeit. …

Wir wolln es nicht verschweigen
in dieser Schweigezeit.
Das Grün bricht aus den Zweigen,
wir wolln das allen zeigen,
dann wissen sie Bescheid

Glückwunsch eines Rhader Zeigenossen       

Veröffentlicht am 09.10.2026

 

Bundespolitik Die linke Infiltrata 
(Mit der unterwanderten Linken ist kein Staat zu machen)

Die Berliner SPD wäre von allen guten Geistern verlassen, wenn sie eine Koalition mit der von Clan-Bruderschaft, Antisemiten und Putin-Hörigen infiltrierten Partei der Berliner Linken einginge. Mit Elif Eralp, aber vor allem mit Ferat Kocak, Ahmed Abed und Konsorten, ist kein Staat zu machen, auch kein Stadtstaat wie Berlin zu führen. Der angekündigte Personalabbau bei der Polizei, die vorgesehene Abschaffung des Verfassungsschutzes und das Vorhaben der erleichterten Einbürgerung ohne Sprach- und Integrationstests wären eine Gefährdung der inneren Sicherheit. Aber nicht nur im Hinblick auf Migration, Integration und Sicherheitsinteresse sind die Forderungen der Berliner Linken katastrophal und somit völlig inakzeptabel, sondern das gilt auch für ihr Verstaatlichungsprogramm, also die Enteignung von Wohnungsbau-Unternehmen. Diese wären rechtlich nur schwer durchsetzbar. Sie würden zudem selbst dann, wenn sie rechtskonform wären, viele Jahre zur Umsetzung brauchen und somit die aktuelle Wohnungsnot nicht lindern. Sie sind darüber hinaus ohnehin nicht finanzierbar. Ein wie auch immer geartetes Zusammengehen mit der Linkspartei in Berlin wäre ein Hochrisikospiel und völlig verantwortungslos.

Kommentar von Friedhelm Fragemann, langjähriger Fraktionssprecher der SPD im Dorstener Stadtrat

Veröffentlicht am 08.10.2026

 

Gesellschaft Die Lage der SPD aus Sicht eines einfachen Mitglieds

Der Grund, Mitglied der SPD zu werden, ist schnell erzählt. Neben der deutschen Geschichte, es waren Sozialdemokraten, die sich u. a. gegen den Faschismus der Nazis positioniert haben, war es insbesondere die soziale Ungerechtigkeit zwischen denen da oben und uns da unten, die die Entscheidung leicht machte. Für ihre Überzeugung wurden Sozis in der Vergangenheit verfolgt, eingesperrt und umgebracht. Letztlich setzte sich ihre Ideologie durch, die von Gleichheit, Solidarität und Freiheitswillen geprägt war. Unter den Kanzlern Willy Brandt, Helmut Schmidt, Gerhard Schröder und Olaf Scholz war die soziale Frage immer auch ein Kernelement der deutschen Politik. Zur Wahrheit gehört aber dazu, dass die damit einhergehende Verbesserung in allen Bereichen der Gesellschaft zu einer gewissen Sattheit führte. Festzumachen an weniger Engagement der Mitglieder. In der Folge wuchsen zwar die Ansprüche, parallel fehlten aber Persönlichkeiten, die über den Tag hinaus Perspektiven verständlich erklären konnten. Die SPD büßte so an Attraktivität ein. Heute fehlen junge Mitglieder, die das fortführen, was vor über 160 Jahren begann, nämlich sich für mehr Gerechtigkeit auf allen Ebenen einzusetzen. Wer genau hinsieht, erkennt, dass die beginnende Bedeutungslosigkeit oben ihren Anfang genommen hat und unten, auch in Dorsten, nicht mehr schöngeredet werden kann. „Selbsterkenntnis ist der erste Schritt zur Besserung“, lautet ein Sprichwort. Wie wahr!

Veröffentlicht am 07.10.2026

 

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SPD Sozial

 

"Wir können Städte planen und bauen - aber die Menschen bringen die Wärme"

Holger Lohse, Dorstener Stadtbaurat a. D. Im Interview mit der Dorstener Zeitung

 

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