Landespolitik Eine Partei ohne Persönlichkeiten ist wie Kuchen ohne Sahne

Hannelore Kraft beeindruckt mit bewegender Rede Landtag und Öffentlichkeit – und fehlt der SPD an allen Ecken und Enden

 

„Das Wort hat Hannelore Kraft“. Erstmals seit 2017, dem Tag ihrer größten politischen Niederlage, hat jetzt die langjährige SPD-Ministerpräsidentin eine Rede als einfache Abgeordnete der SPD im Düsseldorfer Landtag gehalten. Keine gewöhnliche, sondern eine, die deutlich machte, was dem Politikbetrieb heute überwiegend fehlt. Nämlich Persönlichkeiten, bei denen das Wort und das Tun übereinstimmen. Glaubwürdig und authentisch. Anlass war der 10. Jahrestag der Loveparade-Katastrophe. Als 2017 klar wurde, dass die NRW-Wahl das Aus für Rot-Grün bedeutete, trat Hannelore Kraft von ihren vielen Spitzenämtern zurück und hinterließ besonders innerhalb der SPD ein Vakuum. Trotz guter sozialdemokratischer Oppositionsarbeit im Landtag ist die öffentliche Aufmerksamkeit gefühlt sehr gering. Das liegt weniger am Inhalt als an den Personen, die (noch) nicht aus dem Schatten von Hannelore Kraft heraustreten konnten. Obwohl sie (Hannelore Kraft) mit ihrem Handeln, sich mit öffentlichen Statements zurückzuhalten, dafür genug Raum lässt. „Du kannst inhaltlich noch so gut sein, wenn du keine Persönlichkeit an der Spitze hast, bist du chancenlos“, so eine Basiseinschätzung. Hannelore Kraft ist der Beweis. Und Kuchen ohne Sahne kann sehr trocken sein.

 

Eine Kommentar aus Rhade

Veröffentlicht am 29.06.2020

 

Bundespolitik Außenansichten – heute: Die Bundes-CDU

Wer soll Merkel beerben?

 

Vor 4 Monaten wollten nicht wenige Christdemokraten Angela Merkel vorzeitig in Rente schicken. Vor 4 Monaten boten sich auch gleich mehrere Männer als Nachfolger an. Heute wollen nicht wenige Christdemokraten, dass Merkel bleibt. Am liebsten sogar noch über die Bundestagswahl hinaus. Die alles überlagernde Virus-Krise hat nämlich gezeigt, dass das Regieren mit ruhiger Hand, übrigens von Gerhard Schröder abgeguckt, dem Land am besten hilft. Jens Spahn, der einen guten Job als Gesundheitsminister macht, hat sich wahrscheinlich zu früh Armin Laschet untergeordnet. Er ist raus. Der NRW-Regierungschef  selbst gilt als zögerlich, sprunghaft und in schwierigen Situationen überfordert. Norbert Röttgen startete als krasser und unbeliebter Außenseiter. So wird er wieder landen. Einer, der vor Angela Merkel „geflohen“ ist, bis heute immer alles besser weiß, heißt Friedrich Merz. Seine vorletzte Bewertung über die Politik der Kanzlerin lautete „grottenschlecht“. Seine letzte, kaum hörbar, beschreibt genau das Gegenteil. Merz hat sich selbst um „Kopf und Kragen“ geredet. Er ist in der Gunst seiner Partei tief gesunken. Breitbeinig, ironisch und über alle Maßen selbstbewusst kommt Markus Söder daher. Er selbst will in Bayern bleiben. Aber wenn man ihn ruft? Fazit: Die Union liegt zurzeit in den Umfragen vorn. Weil Merkel und die GroKo regieren. Sobald aber klar ist, wer als CDU/CSU-Kanzlerkandidat in den öffentlichen Ring klettert, wird sich das Blatt wenden. Da ist nämlich keiner, der überzeugt.

 

Ein Rhader Zwischenruf

Veröffentlicht am 28.06.2020

 

Bundespolitik Wenn das Autokennzeichen zum Stigma wird

Vorsicht und Rücksicht ja – Hysterie NEIN

 

Wer jetzt bei Google den Begriff „Autokennzeichen“ eingibt, erhält automatisch den ersten Treffer „Autokennzeichen Gütersloh“. Eine Folge der tausendfachen Nachfrage. Wer also jetzt einen PKW mit dem Kennzeichen GT sieht, sollte das Ordnungsamt rufen. GT steht für Gefahr-Total. GT wollen wir nicht. Mehrere Bundesländer beginnen zu überdrehen. Die rechtliche Lage, wonach einzelne Urlaubsregionen in unserem Land entscheiden können, wer aus welchem Bundesland oder welcher Stadt rein darf und wer nicht, scheint auf wackligen Füßen zu stehen. Der Gesetzgeber muss hier schnellstens für Klarheit sorgen. Wer Erntehelfer und Fleischzerteiler aus Risikogebieten einreisen und in prekären Massenunterkünften leben lässt, kann nicht parallel Bürgerinnen und Bürger aussperren, weil sie das Autokennzeichen GT mit sich führen.

 

Gedanken zum Wochenende aus Rhade

Veröffentlicht am 27.06.2020

 

Kommunalpolitik Dorsten: Ein Brunnen, seine Geschichte und viele Fragezeichen

Ein Geschenk wird zum Zankapfel – Marion Taube schreibt beeindruckenden Offenen Brief an Bürgermeister

 

Wir machen Mitte! Ein Slogan zum Stadtumbau. Fassaden wurden gestrichen, die Fußgängerzone neu gepflastert, ein WIR-Gefühl geboren. Geld schien keine Rolle zu spielen. Der Marktbrunnen, ein Geschenk der späteren Ehrenbürgerin Schwester Paula – Tisa von der Schulenburg, sollte während der Plattierungsarbeiten abgebaut und restauriert werden. Plötzlich wird über den Standort und den Wert des Gesamtkunstwerkes öffentlich gestritten. Peinlich! Wir veröffentlichen mit der Zustimmung von Marion Taube ihren Offenen Brief an den Bürgermeister in gesamter Länge an dieser Stelle. Wir bitten alle Leser, sich einzumischen und für den Brunnen am Marktplatz einzutreten.   Der Wortlaut:

 

Ach, es wäre ja herrlich, wenn um jedes öffentliche Kunstwerk in Dorsten, seinen künstlerischen Wert, seine Aufstellung, seinen Ursprung, seinen Werdegang, wer, wann, was und warum unter welchen Bedingungen, so professionell gerungen, so vehement diskutiert würde, wie in diesem Fall.
Der bereits dem öffentlichen Auge entzogene Tisa-Brunnen, ein öffentliches Artefakt der späteren Dorstener Wiederaufbaujahre, wird nun, wie zu lesen war, in einer eigenen Gleichung aus Werk und Zustand dividiert durch Kosten und Nutzen auf seinen Kunstwert festgelegt, und der sei offenbar begrenzt auf seine Platten-Haut: Dieser neue künstlerische Leitindex ergibt dann die Legitimation zum Verfahren: keine ganzheitliche Behandlung resp. Restaurierung des Objektes mehr, keine Heimkehr an den angestammten Platz, keine lebendige Kontur mehr im öffentlichen Raum. Stattdessen als Empfehlung eine Separierung in kunstwürdige Segmente hier und Entsorgungsware dort, sowie eine Zurschaustellung des deklariert Kunstwerten im geschlossenen musealen Raum.
Tisa hat auf der Höhe der damaligen Zeit als Auftragsarbeit einen Brunnen für das öffentliche Herz dieser Stadt, den Dorstener Marktplatz geschaffen. Dieser Werkskontext aus Aufgabe, Ort, Zeit, Erinnerungsraum und Bestimmung war ihr wichtig und kennzeichnet ihr gesamtes Schaffen. Hätte man sie seinerzeit um erinnerungsträchtige Reliefplatten für einen musealen Kontext gebeten, es wäre kein Brunnen entstanden. Sie erschuf aber einen, lebendig sprudelnd, Geschichte und Geschichten erzählend, für einen zentralen Platz, tauglich zur Erbauung ganzer Generationen. Ihr Markt-Brunnen ist mit jeder Facette seines Seins, das, was sie für genau diesen Ort in dieser Art und Weise erschaffen wollte. Tisa wirkte immer in großer Ganzheitlichkeit.
Dieser Brunnen wird nun ...

Veröffentlicht am 26.06.2020

 

Allgemein CORONA - von wegen weg

Wir kommen nicht drumherum - WIR müssen uns anpassen 

Das Virus beherrscht seit mehr als einem Vierteljahr unser Leben. Gestern sah es so aus, als wenn wir das Gröbste überstanden hätten. Heute wissen wir, es war Wunschdenken. Solange kein Impfstoff verfügbar ist, müssen wir, im eigenen Interesse, weiter Zurückhaltung üben. In der Familie, dem Freundeskreis, im Berufsleben und auch in den Parteien. Drei Regeln helfen uns durch die Krise:

  • Abstand halten. Im öffentlichen Raum Masken tragen.
  • Feiern, Besprechungen, Kita-Betreuung, selbst Schulunterricht möglichst im Freien organisieren.
  • Keine Gruppenbildung, Vermeidung von Großveranstaltungen.

Was heißt das zum Beispiel für die Rhader SPD in Hinblick auf die anstehende Kommunalwahl am 13. September? Wie sollen die Wähler erreicht, wie informiert werden? Noch gibt es keine allgemein-gültige Antwort. Ob es richtig war, unbedingt an diesem Wahltermin festzuhalten? 

Ein Zwischenruf aus Rhade auf Grundlage des aktuellen NDR-Info Podcasts mit Prof. Drosten, hier Folge 50

https://www.ndr.de/nachrichten/info/podcastcoronavirus134.html 

Veröffentlicht am 25.06.2020

 

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