
Berliner Landesflagge
Das Berliner Wahlergebnis hat allen Parteien klargemacht, dass politische Veränderungen gewünscht werden. Veränderungen, die u. a. die Bildungs- und Verkehrspolitik betreffen und insbesondere auch den Wohnungsmarkt. Die sogenannten etablierten Parteien haben es über mehrere Legislaturperioden „geschafft“, Vertrauen zu verspielen. Die SPD ist inzwischen auf Platz fünf (!) der Wählergunst abgestürzt. Mit Abstand hat die Linkspartei die Wahl gewonnen und den Auftrag zur Regierungsbildung erhalten. Sie hat das Thema Wohnungsnot ganz oben auf die Tagesordnung gesetzt und besonders bei jungen Wählern so überdurchschnittlich gepunktet. Nachdem ein Volksentscheid vor Jahren bereits signalisierte, dass die Mehrheit der Berliner einer Vergesellschaftung von großen Wohnungsbeständen einzelner Immobilienkonzerne positiv gegenüberstehen, hat genau damit die Linke Zuspruch erhalten. Nun haben erste Sondierungen mit Grünen und SPD ergeben, dass eine gemeinsame rot-grün-rote Landesregierung möglich wäre. Die Sondierungen werden von außen sehr kritisch begleitet. Zurecht, betrachtet man die teils unklare Haltung der Linkspartei gegenüber Israel sowie der inneren und äußeren Sicherheitspolitik. Zu unrecht aber in der Wohnungsfrage. Ob eine Vergesellschaftung der richtige Ansatz ist, darf unterschiedlich diskutiert werden. Unstrittig ist aber, dass der soziale Wohnungsbau zu neuem Leben erweckt werden muss. Die Nutzung des Begriffs Vergesellschaftung scheint allein zu helfen, das genannte Problem endlich zu beheben.
Rhader Nachdenkzeilen
Ergebnis Zweitstimmen Berliner Abgeordnetenhaus 2026: Linke 25,66%; CDU 18,77%; AfD 16,25%; Grüne 14,29%; SPD 12,11%