Geld sucht Anlage – Die Zocker sind wieder aktiv
Um unser Finanzsystem vor dem Kollaps zu retten, haben Notenbanken in aller Welt, seit 2007, Billionen (!) Euro und Dollar in die Märkte gepumpt. Die Folge: Banken waren gerettet und viele Länder konnten die Insolvenz abwenden.
Soweit, so gut.
Die Kehrseite der Medaille: Die Zinsen für Sparer tendieren gegen Null. Eine gigantische Geldvernichtung. Aber auch Pensionskassen und Lebensversicherungen finden keine „sicheren“ Anlagemöglichkeiten, die soviel erwirtschaften, dass die eingegangenen Verpflichtungen sorglos erfüllt werden könnten. Auf der anderen Seite lacht sich die Börse ins Fäustchen. Das viele Geld vagabundiert von Finanzplatz zu Finanzplatz und sucht, fast verzweifelt, Anlagemöglichkeiten. Fast täglich werden wir mit neuen DAX-Höchstständen konfrontiert.
Es gibt viele Unternehmen weltweit, denen das Wasser bis zum Hals steht. Sie profitieren von der Geldschwemme, erhalten weitere Kredite und werben mit hoher Rendite. Schrottpapiere werden sie von unabhängigen Experten genannt.
Das Volumen dieser windigen Kreditfinanzierungen hat in den USA fast das Niveau von 2007 erreicht.
2007? Da platzte die letzte Blase!
Übrigens ist Europa in dieser Hinsicht kein Deut besser, berichtet die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich in Basel.
Der nächste Crash wird schlimmer, weil bis dahin nicht mal die alten Schulden, die in vielen „Badbanken“ im Keller „versteckt“ wie Blei lagern, abgebaut wurden.
Und es mehren sich Anzeichen, so die These beim laufenden Weltwirtschaftsforum in Davos, dass wichtige Schwellenländer (Argentinien, Brasilien, Türkei …) Auslöser der nächsten Krise werden könnten.
Fazit:
Wir in Deutschland sind zwar bisher einigermaßen gut durch die weltweite Finanzkrise gekommen, sieht man mal von der Minimierung Sparguthaben ab, steuern aber sehenden Auges in die nächste. Solange die Finanzmärkte nicht wirklich einer strengen gesetzlichen, weltweiten Kontrolle unterliegen, solange werden wir immer Spielball und damit Opfer dieser Zocker bleiben. Eine Pflichtaufgabe der EU und der Großen Koalition.
Eigener Bericht
Grundlage: „Als gäbe es kein morgen“, ZEIT Nr. 3