Boos und Stockhoff in der Argumentationsfalle

Kommunalpolitik

KAB-Kandidatencheck bringt erstaunliche Erkenntnisse

Der KAB-Stadtverband Dorsten-Kirchhellen hat die 4 Dorstener Bürgermeisterkandidaten nach Rhade ins Carola Martius-Haus eingeladen, um herauszufinden, wer den nun der Beste für die Lippestadt sei.

Nur 20 Besucher waren leider eine zu spärliche Kulisse für eine interessante Diskussion. Denn es wurde in kurzer Zeit deutlich, dass der CDU-Kandidat Tobias Stockhoff mit dem FDP-Mann Thomas Boos vieles gemeinsam hat. Beide berufen sich auf langjährige Erfahrung im Stadtrat und glauben hier, gegenüber dem SPD-Kandidaten Michael Baune, einen Vorteil herauszustellen. Beide merkten dabei aber nicht, dass sie in erster Linie das Erreichte mit „Klauen und Zähnen“ verteidigten, anstatt eine Perspektive für Dorsten erkennen zu lassen. „Wie kommunizierende Röhren“, so ein Besucher, nachdem zum wiederholten Mal die Formulierungen gebraucht wurden: „Wie Herr Boos schon sagte“, oder: „Ich stimme Herrn Stockhoff zu“.

Interessant auch, dass Boos wie Stockhoff keinerlei Selbstkritik erkennen ließen, dafür aber dünnhäutig (Stockhoff) und belehrend (Boos) auf vorgetragene Fehler und kritische Anmerkungen reagierten.

Michael Baune, der in seiner Vorstellung deutlich machte, dass er neben der nötigen Sachkenntnis, auch über die entscheidende berufliche Erfahrung verfügt, eine Dorstener Verwaltung leiten zu können (im Gegensatz zu seinen Konkurrenten), konnte ganz entspannt und offensiv seine Thesen für eine positive Weiterentwicklung Dorstens und seiner Stadtteile, vorstellen. Und hier traten gerade die entscheidenden Unterschiede deutlich zu Tage. Auf der einen Seite die bisherige CDU/FDP-Stadtratskoalition in den Personen Boos und Stockhoff, die hier und da etwas ändern will,  auf der anderen Seite Michael Baune, unverbraucht und unverkrampft mit dem Ansatz, „wir Bürger meistern das“. Ein Slogan, der zum Programm werden kann.

Und das waren die vor Ort diskutierten Themen:

  • Die Haushaltssituation der Stadt und die Aufgabe des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL)
  • Was ist eine echte Bürgerbeteiligung?
  • Wie können die Dorstener Stadtteile künftig mehr direkte Mitwirkung und Beteiligung erfahren?
  • Die Personalsituation der Verwaltung
  • Arbeitsplätze und Bebauungspläne
  • Die Rolle der Landwirtschaft

Fazit:

Es ist gut, dass sich mehrere Kandidaten für das Amt des Dorstener Bürgermeisters bewerben. Um Dorsten nach vorne zu bringen, sind neue Ideen gefragt. Wer mehr zurück als nach vorne blickt, sollte weiter in seiner Fraktion arbeiten. Der neue Dorstener Bürgermeister muss nämlich alle Dorstener Bürgerinnen und Bürger vertreten. Die Parteibindung darf keine Rolle spielen. Und hier zeigen Tobias Stockhoff und Thomas Boos unübersehbare Defizite.

Wird morgen fortgesetzt:

Gestik und Körpersprache der Bürgermeisterkandidaten

 
 

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