Michael Baune: Sprache und Gestik passen und und vermitteln Souverenität
Das gesprochene Wort reicht nicht
Wer die Bürgermeisterkandidaten bei der KAB-Vorstellungsrunde in Rhade genauer unter die Lupe nahm, ging mit wichtigen Erkenntnissen nach Hause.
Gestik und Körpersprache verraten in der Regel viel mehr, als allein das gesprochene Wort.
Thomas Boos arbeitet mit dem ganzen Körper und besonders mit seinen Händen, um seinen Worten Nachdruck zu verleihen. Besonders auffällig und unangenehm ist seine Angewohnheit, mit dem Zeigefinger auf seinen jeweiligen Ansprechpartner zu zeigen. Der erhobene Zeigefinger wirkt überheblich, einschüchternd und autoritär. „Ich weiß allein, wie der Hase läuft“, so die Wirkung. Hat er seinen Wortbeitrag beendet, lehnt er sich in seinem Stuhl zurück, die Beine weit von sich gestreckt und – von jetzt auf gleich – uninteressiert.
Alles das was er sich vorher glaubt erarbeitet zu haben, verliert so an Wirkung. Das negative Besserwisser-Image wird er nicht mehr los.
Tobias Stockhoff klebt dagegen auf der vorderen Stuhlkante. Aufmerksam aber angespannt sieht er in vielen Fragestellern, politische Feinde. Dadurch wirkt er verkrampft und seine Stimme ist, trotz seiner Körpergröße, erstaunlich hell. Seine Gestik ist zurückhaltend. Er versucht dafür mit vielen Worten vorhandene Defizite zu kaschieren. Anstatt die von ihm erwartete Perspektive für Dorsten zu erläutern, verliert er sich im parteipolitischen Kleinklein.
Kommt ein Zwischenruf, erkennt man die Wirkung bereits in seinem Gesicht vor der Antwort. Ist es ein „abgesprochenes“ Stichwort, wirkt er fast glücklich, lang und ausholend antworten zu können. Wird er auf dem falschen Fuß erwischt, zieht sich eine Augenbraue unwillig nach oben, seine Antwort ist dann patzig und nicht souverän.