Michael Baune, 2. v. r. erläutert seine konkreten Vorstellungen. Die anderen Kandidaten hören zu.
Die politische Dimension des Dialogforums
Drei völlig unterschiedliche Beispiele bürgerschaftlichen Engagements zeigten unübersehbar auf, das etwas in unserer Stadt zu bewegen ist.
Die Initiative „Tierheim-Hervest“, hier wurde in kürzester Zeit aus einem langjährigen, peinlichen Provisorium ein modellhaftes Projekt, konnte die Öffentlichkeit grandios erreichen und die Verwaltung an ihre gesetzliche Pflichtaufgabe nachhaltig erinnern.
Das Wohnprojekt Blaue Schule in Barkenberg schaffte etwas ganz anderes. Menschen, die sich in vielen Vorgesprächen trafen, lernten sich kennen und schätzen. Nur so konnte ein gemeinsames Wohnprojekt dieser Größenordnung gestemmt werden.
Beide Beispiele konzentrierten sich auf eine klare Zielformulierung und auf ein überschaubare Vorhaben, sowie eine zeitlich fixierte Umsetzung.
Das 3. Beispiel, die Rhader Rahmenplanung konnte zwar auch mit eingeschränkter Bürgerbeteiligung zum Abschluss gebracht werden, aber es ist bisher halt nur die Planung. Die Umsetzung erfordert weitere Aktivitäten.
In der Diskussion der vorgestellten Projekte wurde eines ganz deutlich. Den Parteien und der Verwaltung kommt immer eine Schlüsselrolle zu. Wenn sie, die Parteien nicht wollen und/oder die Verwaltung aus formalen Gründen sich verweigert, geht (fast) nichts.
Professor Werner Springer, der das Vorgestellte analysierte, stellte daher auch deutlich heraus, dass ein NEIN am Anfang eines Prozesses das völlig falsche Signal sei. Er empfahl der Verwaltung, der Bürgermeister war anwesend, mehr Offenheit gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern und mehr zu lernen, zuzuhören, sowie neutrale Moderatoren einzubinden.
Interessant war dann die Abschlussrunde. 4 Bürgermeisterkandidaten, darunter Michael Baune von der SPD, diskutierten über das bürgerschaftliche Engagement im Allgemeinen und waren sich völlig einig, dass hier eine große Chance besteht, so mehr für Dorsten und seine Bürgerinnen und Bürger zu erreichen. Eine klare Absichtserklärung. Michael Baune ging aber einen Schritt weiter und zeigte auf, dass auch die vorhandenen Strukturen im Rat und der Verwaltung entsprechend angepasst werden müssten. Sein Vorhaben: Eine Satzung über den Umgang bürgerschaftlichen Engagements zu formulieren.
2 der 4 Kandidaten, beide aus dem konservativen Lager, müssen einen entscheidenden Lernprozess durchgemacht haben. Vehement setzten sie sich auf dem Podium auch für mehr Bürgerbeteiligung ein. Sie waren es aber, die das jetzt von allen Seiten gelobte Rhader Rahmenplanprojekt bei der Ausweitung der aktiven Bürgerbeteiligung heftig gebremst haben.
Ein wesentlicher Faktor ist bei der Diskussion im Plenum und auf dem Podium zu kurz gekommen. Die Rolle der Parteien.
Bürgerinitiativen konzentrieren sich fast immer nur auf ein Anliegen. Nach der Erledigung lösen sie sich in der Regel auf. Parteien in der Kommune müssen aber alle Bereiche der Stadt im Blick haben. Ob Verkehr, Bildung, Sport und Soziales – die Parteien gehören ebenfalls zu den wichtigen, ehrenamtlichen Akteuren und sind Mittler zwischen Bürgerinnen und Bürgern sowie der Verwaltung.
Wenn es gelänge, das Zusammenspiel aller Genannten zu verbessern, wäre für Dorsten ein wesentlicher Mehrwert erzielt und ein Standortvorteil erreicht.