Das hört sich doch attraktiv an - für nur 49 Euro im Monat quer durch Deutschland mit Regionalzügen und dem ÖPNV zu reisen. Dass für die Mitnahme des Fahrrades 6 Euro/Tag zusätzlich gebucht werden müssen, macht das Angebot nicht wesentlich teurer. Wichtig wäre dagegen, dass für den Preis eine akzeptable Gegenleistung erkennbar ist. Und hier beginnt die zaghafte Kritik des Reisenden mit Fahrrad. Eine kombinierte Reise, abwechselnd auf Radwegen oder im Zug. Die erste Erkenntnis innerhalb von 7 Tagen: Kein Zug ist pünktlich. Besonders positiv: die App „DB-Navigator“. Gut auch, dass alle Regionalzüge Fahrradabteile haben. Neben Radlern haben hier Rollstuhlfahrer und Eltern mit Kinderwagen Vorrecht vor „Normalreisenden“. Was aber tun, wenn diese die entsprechend gekennzeichneten Plätze belegen und keinerlei Bereitschaft erkennen lassen, Platz zu machen. Die „amtlichen“ Zugbegleiter könnten kraft ihres Amtes zwar eingreifen, tun es aber nicht. Das größte Problem der 49-Euro-Nutzer ist aber die Überbelegung der Züge. Mehrfach ist es in dem erwähnten Kurzzeitraum dazu gekommen, dass ein Zustieg, mit oder ohne Fahrrad, unmöglich war. Hier müssen die Betreibergesellschaften dringend mit weiteren oder längeren Zügen nachrüsten. Fazit: Das 49 Euro-Ticket ist ein guter Ansatz, um vom PKW auf die Bahn umzusteigen. Bleibt es aber bei den teils chaotischen Bedingungen in den Zügen, ist die Rückkehr in den PKW vorprogrammiert.
Rhader Wochenendkommentar