Wir müssen endlich umdenken.....Atomkraft? Nein Danke,
Auf dem ganzen Planeten Erde gibt es kein Endlager für hoch-radioaktive Abfälle. Niemand hat ein Patentrezept für die dauerhafte Einlagerung von Atommüll. Von Atommüll, der aus heutiger Sicht noch im Jahre 9010 und auch noch im Jahre 90010 radioaktive Strahlung abgibt und ganze Länder
verseuchen könnte. Bei 436 Kernkraftwerken weltweit hat die Menschheit also ein Problem.
Deutschland hat ein zweites: Deutschland hat Gorleben. Seit 1986 ist der Salzstock Gorleben ein „Erkundungsbergwerk“, kein Endlager. Seit fast 35 Jahren wird in Gorleben erkundet, ob in diesem Salzstock hoch-radioaktiver Atommüll dauerhaft – ergo: für die Ewigkeit – eingelagert werden kann. Seit
35 Jahren wird darüber gestritten. Und zwar politisch, wissenschaftlich und juristisch.
Denn Gorleben heißt: Die Politik hat sich über den Rat von Geologen und anderen Wissenschaftlern hinweggesetzt. Gorleben war wissenschaftlich unerwünscht, aber politisch gewollt. Gorleben heißt eben nicht, dass man unter wissenschaftlichen Aspekten den besten Standort gesucht hätte – Gorleben musste einfach her, weil in diesem Teil Deutschlands eine konservative Landes- und Bundesregierung auf wenig Widerstand hoffte.
Auch die ehemalige Umweltministerin und jetzige Bundeskanzlerin,
Angela Merkel, beharrt heute auf Gorleben. Die Physikerin Angela Merkel hat der Wissenschaft nie eine Chance gegeben. Selbst Dr. Angela Merkel stellt politisches Kalkül über physikalische Gesetzmäßigkeiten.
Gorleben wissenschaftlich unerwünscht
Deshalb ist es zwingend notwendig, dass nach über 35 Jahren das „Problem“ Gorleben endlich zum Thema in einem parlamentarischen Untersuchungsausschusses wird. Sein Auftrag ist die Klärung und
Offenlegung einer im Raum stehenden politischen Manipulation.
Für viele Beobachter ist die politische Einflussnahme der Kohl-Regierung jetzt schon erwiesen. Die kürzlich veröffentlichten Originaldokumente durch Greenpeace sprechen eine eindeutige Sprache: Politischer Druck hat die Wissenschaft verdrängt. Belegt wird dies auch durch einen Bericht des damaligen Bundesumweltministers Sigmar Gabriel vom September 2009, der heute noch von der Homepage des Bundesumweltministeriums heruntergeladen werden kann.
Obwohl der aktuelle Umweltminister Norbert Röttgen (CDU) folglich per
Internet dokumentiert, dass er die Bewertungen seines Vorgängers teilt, ignoriert Röttgen wissenschaftliche Sachverhalte und lässt Gorleben weiter erkunden. Und zwar ohne Suche nach Alternativen. Damit setzt sich ein konservativer Poltiker einmal mehr über wissenschaftlichen Rat hinweg und exekutiert die Interessen einer Lobby.
Darüber hinaus denkt die Union laut über Laufzeitverlängerungen von Atomkraftwerken nach. Umweltminister Röttgen nimmt billigend in Kauf, dass trotz ungelöster Endlagerung bei zehn Jahren Laufzeitverlängerung der hochradioaktive Atommüll um weitere 4.500 Tonnen anwächst. Wie gesagt:
Die Endlagerfrage ist weltweit ungelöst.
Keine Alternative geprüft
Röttgen setzt weiter nur auf Gorleben und sein Kollege Reinhard Grindel, CDU-Obmann im Untersuchungsausschuss sekundiert mit der unhaltbaren These: „Ein besseres Endlager gibt es nicht”.
Und die Kanzlerin macht das, was sie immer macht: Nichts!
Die CDU verfährt offensichtlich auch heute nach dem Motto: Was nicht passt, wird passend gemacht!
Dabei spielt die schwarz-gelbe Regierung „Russisches Roulette“. Denn der Standort Gorleben ist schon jetzt politisch delegitimiert. Wenn sich aber am Ende des Untersuchungsausschusses herausstellen sollte, dass Gorleben nicht auf wissenschaftlich fundierter Basis, sondern allein durch politischen Druck
erkundet wurde, dann ist Gorleben tot. Und dann hat die Merkel-Regierung ein noch größeres Problem.
Denn sie hat gar nichts mehr, noch nicht mal ein Erkundungsbergwerk. Die zu Attentismus neigende Kanzlerin Merkel müsste dann nach fast 40 Jahren „Tarnen, Täuschen, Tricksen“ bei der Endlagersuche
ganz von vorne anfangen und: Handeln.
aus: Fraktion Intern NR. 3 · 25.05.10 . Umwelt