Der Rhader Fahrradwegeplan fand zwar die Aufmerksamkeit des Bürgermeisters, nicht aber der Presse
Kleiner Kommentar aus Rhade
Ein offenes Wort über unsere (Lokal-) Presse. Da wird das Haldenspektakel seitenlang abgefeiert. Da wird jedes Schützenfest bis ins letzte Detail zelebriert. Da werden Ortsteile vorgestellt und Vereine über den grünen Klee gelobt. Alles richtig und nachvollziehbar.
Es gibt aber auch andere Aktivitäten, die ignoriert oder stiefmütterlich behandelt werden. Klar, dass ich auch damit die unserer Partei meine.
3 Beispiele:
- Fracking-Veranstaltung:
Keine Presse da. Ohne eigene Berichterstattung hätte diese Veranstaltung öffentlich nicht stattgefunden.
- Stammtisch der Altstadt-SPD
mit Burghardt Drescher: Ich habe nichts gelesen. Und Burghardt Drescher ist nicht irgendwer. (Geschäftsführer Innovation City Bottrop und langjähriger OB von Oberhausen)
- Rahmenplan Rhade:
Beide Zeitungen berichten über den Plan - aber nicht, dass es auf der Bürgerversammlung (70 Teilnehmer) viele zusätzliche Initiativen der Rhader SPD gegeben hat, die im Publikum ausnahmslos positiv aufgenommen wurden.
Was will ich damit sagen?
Die öffentliche, veröffentlichte Darstellung der ehrenamtlichen Kommunalpolitiker und der Parteien wird, besonders vor Wahlen, gnadenlos zensiert. Und zwar auch durch Missachtung.
"Das ist ja Wahlkampf",
lautet schon mal die Begründung auf Nachfrage.
Wer anders als die Parteien und ihre Akteure sorgen denn für einen kontinuierlichen, verantwortungsvollen gesellschaftspolitischen Prozess, auch in Dorsten? Ist Wahlkampf denn was Unanständiges?
Auch mit so einer oder keiner Berichterstattung wird Politikverdrossenheit gefördert.
Interessant ist, dass das in der Regel die gleichen Journalisten sind, die nach Wahlen über niedrige Wahlbeteiligung lamentieren und denen die Schuld geben, deren Aktivitäten sie, je nach Lust und Laune, wahrnehmen oder unter den Tisch fallen lassen.
Presseschelte ist nie gut - aber manchmal finde ich, dass das ehrenamtliche, politische Engagement in unserer Stadt nicht fair behandelt wird.
Dirk Hartwich