Der andere und besondere Jahresrückblick 2022 von Bertold Hanck

Allgemein

„Dulce et decorum est pro patria mori.“ (Horaz) - 

(Süß und ehrenvoll ist's, für's Vaterland zu sterben

 

Vor einem Jahr, als in dem Land

auch manches nicht zum besten stand,

hätte niemand wohl gedacht,

dass wir's so herrlich weit gebracht,

 

dass atomarer Weltkrieg drei

ist nicht Verschwörungsspinnerei,

nein, seit dem Monat Februar

ist vielen in Europa klar:

 

Die Zeit des Friedens ist vorbei;

doch Putin ist dies einerlei.

Um mit dem Lied der Knef zu singen,

kann dessen Credo so erklingen:

 

„Für euch soll's Atomares regnen,

Euch sollen Tausende Strahlen begegnen,

durch mich bleibt gar nichts mehr beim Alten,

ich brauche das Leben nicht zu behalten...“

 

Verzweifelt fragt der Pazifist,

ob Frieden noch das Höchste ist

oder ob, wer passiv bleibt,

nicht alle zu der Schlachtbank treibt.

 

Doch blickt im Laufe dieses Jahres

der Deutsche lieber stur auf Bares,

wenn ob der hohen Erdgaspreise

wird's nichts mit der Mallorca-Reise.

 

Vorbei die Solidarität

wenn's an den eignen Beutel geht,

denn so kann's ja nicht weiter gehn

und Putin kann man auch verstehn:

 

„Zerbröckelt arg ein Riesenreich,

wird immer jeder Herrscher weich

und startet 'nen Erobrungskrieg

bis hin zu dem 'finalen' Sieg.“

 

Und seit perdu ist Nordstream zwei,

sind unsre Rechten gern dabei:

Der „Weidel-Putin-Pakt“ muss her!

Nichts schadet Demokraten mehr

 

und freut die vielen Populisten!

Die Budapester Halbfaschisten,

Melonis Mussolini-Fans,

die Rechten auch Marie le Pens

 

paktieren gern mit jedem Schwein,

nur Antidemokrat muss sein,

wer Mitglied sein will in dem Pakt!

Vorgegeben ist der Takt:

 

„Rechts, zwo, drei, rechts, zwo, drei,

wir sind beim Weltkrieg mit dabei.“

Weltkrieg drei ist zwar final,

doch das ist Nazis ja egal!

 

Ich hör', wie Lukatschenko spricht:

„Warum gedenkt man meiner nicht?“

Auch Kim Jong-un und Xi Jinping

finden es ein dreistes Ding,

 

dass dieser reimende Verfasser

schreibt über Demokratenhasser,

ohne sie herauszustellen!

Ach, ihr Bösen, meine Quellen

 

nennen leider noch so viele,

und wenn auf alle ich heut' schiele,

wird mein Gereimtes viel zu lang

und das ist Scheiße, sagt B. Hanck.

 
 

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