Deutsche Bank zockt wieder

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Geht das schon wieder los?

Einem Zeitungsbericht zufolge handelt die Deutsche Bank wieder mit riskanten Kreditpapieren. Diese hatten die Banken 2008 weltweit ins Taumeln gebracht und die Staaten zu milliardenschweren Rettungsaktionen gezwungen. Hessens SPD-Chef Thorsten Schäfer-Gümbel: „Es wird Zeit, solchen Geschäften einen Riegel vorzuschieben.“

Offensichtlich war eine globale Finanzkrise noch nicht genug: Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (FAZ) berichtete am Mittwoch über neue riskante Kreditgeschäfte der Deutschen Bank. Diese sogenannten „Collateralized Debt Obligations“ (CDO) gelten der Zeitung zufolge als „besonders riskant, weil sie die Risiken Tausender Einzelkredite enthalten.“

Hedgefonds schlagen zu
Zugeschlagen bei der Emission haben dieses Mal anscheinend vor allem die auch als „Schattenbanken“ bekannten Hedgefonds. Diese unterliegen im selben Maße wie Staaten oder andere Banken den nach der Finanzkrise verschärften Regulierungen durch Aufsichtsbehörden wie der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin). Die Beaufsichtigung von Hedgefonds steckt einer Einschätzung von BaFin-Präsidentin Elke König zufolge noch in den Kinderschuhen: Seit 2010 sei hier nicht viel geschehen.

Schäfer-Gümbel: Deutsche Bank hat nichts gelernt
Der hessische SPD-Landes- und Fraktionsvorsitzende Thorsten Schäfer-Gümbel hat die neuerliche Emission hochriskanter Kreditverbriefungen seitens der Deutschen Bank scharf verurteilt: „Die Deutsche Bank hat aus der Finanzkrise der letzten Jahre offenbar nichts gelernt.“

Der von Deutsche-Bank-Chef Anshu Jain angekündigte „Kulturwandel“ der Bank sei angesichts dessen wohl nur ein leeres Versprechen gewesen, so der SPD-Politiker am Donnerstag in Wiesbaden. „Sie macht einfach weiter, als ob nichts geschehen wäre. Es wird Zeit, solchen Geschäften einen Riegel vorzuschieben.“

Schattenbanken ans Licht holen
Mit Blick auf die Schattenbanken forderte Schäfer-Gümbel dringend eine schärfere Regulierung: „Nur so kann verhindert werden, dass durch solche riskanten Geschäfte etwa mit Hedgefonds das Finanzmarktgefüge erneut belastet und damit auch die Gelder von Sparern und Kleinanleger neuerlich bedroht werden." Schäfer-Gümbel erneute zudem seine Forderung nach einer Trennung der Geschäftsfelder der Deutschen Bank sowie die Einführung von Großkreditgrenzen.

Poß: Instabilität des Marktes wird vergrößert
Auch SPD-Bundestagsfraktionsvize Joachim Poß zeigte sich über die riskanten Kreditgeschäfte der Deutschen Bank schockiert: „Wenn die Deutsche Bank in erheblichem Umfang Risiken auf das Schattenbankensystem abwälzt, vergrößert das eindeutig die Instabilität des Gesamtmarktes.“

Die Deutsche Bank gehört laut „FAZ“ zu einer Gruppe von vier Banken mit der höchsten sogenannten Systemrelevanz der Welt. Sie hält derzeit in einer hausinternen „Bad Bank“ riskante Wertpapiere und Kreditverbriefungen von insgesamt 125 Milliarden Euro.

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