Wenn nicht jetzt, wann dann?
Dorsten kann das Heft des Handelns selbst in die Hand nehmen!
„Laß uns aus der „Neuen Stadt Wulfen“ die Modellstadt „Klimafreundliche Stadt Wulfen“ machen“ – mit dieser Vision warb Rainer Walter in seinem Vortrag für die Energiewende in Dorsten. Weg von fossilen Brennstoffen, hin zu erneuerbaren Energien – „Der Weg führt nur über eigene Stadtwerke“ zeigt die SPD dem Monopolisten RWE die rote Karte.
Das Klima erwärmt sich – diese Tatsache ist nicht mehr länger zu leugnen. Schuld daran ist die Energiegewinnung aus fossilen Brennstoffen, die viel zu viel CO2 in die Atmosphäre blasen. Dazu schwinden die Vorräte an Kohle, Gas und Öl rapide. Atomstrom ist keine Alternative – diese Technologie ist hochgefährlich, außerdem gibt es immer noch kein einziges Endlager für atomaren Müll auf der ganzen Welt.
Die Lösung der Energieprobleme können nur regenerative Energien liefern: Strom aus Biomasse, Wind- und Sonnenkraft, dazu intelligente Energiekonzepte wie Blockheizkraftwerke und Klein-Wärmenetzwerke.
Das Problem daran: Die 4 großen Stromproduzenten (RWE, Eon, EnBW und Vattenfall) haben an einer Energiewende kein Interesse. Sie setzen lieber auf ihre fossilen Kraftwerke – und auf ihre alten Atommeiler. Manche sind bereits seit 40 Jahren am Netz – und ihre Laufzeit wurde mit der schwarzgelben Bundesregierung noch einmal verlängert. Für die dringend notwendige Energiewende können nur eigene Stadtwerke sorgen.
Nur mit eigenen Stadtwerken können Stadt und Bürgerinnen und Bürger entscheiden, wie demnächst der Strom in und für Dorsten produziert werden soll. Beliefert RWE Dorsten weiter mit Strom, gibt es keine Mitsprachemöglichkeiten. Daß sich dringend etwas ändern muß, zeigt eindrucksvoll der Stadtteil Barkenberg. Die ehemals „Neue Stadt Wulfen“ heizt mit Nachtspeicheröfen – ökologisch eine Todsünde, außerdem verbietet der Bund ab 2020 diese Heizart. Es ginge auch anders. Kraftwerke aus regenerativen Energien könnten Barkenberg mit Strom beliefern, durch den Einsatz von Blockheizkraftwerken könnte gleichzeitig auch Wärme produziert werden. So könnte eine Modellstadt „Klimafreundliche Stadt Barkenberg“ entstehen, die weit über die Grenzen von Dorsten hinaus strahlt – atomfrei selbstverständlich.
Eigene Stadtwerke bieten die Chance auf eine atomfreie und CO2-schonende Energieversorgung. Dabei werden Gewinne wieder in Dorsten investiert, kommen den Bürgerinnen und Bürgern direkt zugute – und nicht wie im Falle von RWE irgendwelchen Aktieninhabern. Und Stadtwerke schaffen Arbeitsplätze – in Dorsten.
Wie soll das geschehen:
• Die Stadt Dorsten gründet eine Holding, der alle kommunalen Betriebe zugeordnet. Das wären die Bäderbetrieb, Stadtreinigung, städtische Wohnungsbaugesellschaft und die WinDor. Diese Holding gründet Stadtwerke, vorzugsweise als GmbH, da hierdurch das finanzielle Risiko für die Stadt gesenkt werden würde.
• Die Möglichkeit der Gründung als Genossenschaft ist ebenfalls zu prüfen. Der Vorteil hierbei ist eine größere Bindung der Kunden durch Teilhabe am Besitz, eine breitere Streuung des Besitzes und eine starke Identifikation mit den Stadtwerken.
• Für den Netzkauf und den Netzbetrieb ist ein Partner zu suchen, vorzugsweise bei den Stadtwerken der umliegenden Gemeinden. Mit deren Hilfe wird die technische Übernahme, sowie der technische Betrieb in der Aufbauphase bewerkstelligt.
• Um den Prozess der Prüfung der unterschiedlichen Modelle und der Netzübernahme, sowie für die Begleitung bei der Abwicklung der Gründung und Netzübernahme, ist rechtzeitig professionelle Hilfe einzuholen. Rödl & Partner hat sich in dieser Hinsicht schon angeboten. Zusätzliche Angebote von anderen möglichen Partnern sind ausdrücklich anzufordern.
• Der bestehende Konzessionsvertrag mit der RWE ist fristgerecht zu kündigen. Dadurch erhält die Stadt Dorsten eine bessere Verhandlungsposition mit möglichen Konzessionsnehmern und hält sich für das laufende Verfahren alle Möglichkeiten offen. Hier ist vor allem die Vorlage des Gutachtens zur Energieversorgung Barkenbergs im Frühjahr 2012 zu berücksichtigen und abzuwarten. Um die Endeischeidungsfindung zu erleichtern und den Zeitdruck von den Verhandlungen zu nehmen, ist zu überlegen, den Konzessionsvertrag von Jahr zu Jahr zu verlängern, um dann bei Vorlage aller Informationen eine fundierte Entscheidung zu treffen.