Die Kleinen fängt man, die Großen lässt man laufen?

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Sonntagsgedanken aus Rhade

 

Ein überführter Ladendieb, der Waren zum Beispiel im Wert von 20 Euro geklaut hat, wird schnell verurteilt. Besonders, wenn er Wiederholungstäter ist. Von dem „kleinen Mann“ auf der Straße, der Presse und natürlich vom zuständigen Gericht. Recht so. Es gibt aber auch Diebe, die Millionen und Abermillionen klauen. Diebe, die, bestens ausgebildet, entweder auf eigene Rechnung oder im Auftrag von Unternehmen und Superreichen, dem Staat kriminell in die Tasche greifen. Durch Steuerhinterziehung, durch Geldwäsche, durch undurchsichtige und verbotene Finanztransaktionen, durch Aktienkursmanipulationen, durch verbotene Absprachen, durch Lug und Betrug. Dieb ist Dieb! Gleiches Recht für alle! So müsste es sein. Die Wirklichkeit sieht aber nicht selten so aus: Der Betrug in Millionenhöhe ist nur von Fachleuten durch akribische Feinarbeit in den Finanzämtern und den Steuerbehörden zu erkennen. Und hier herrscht akuter Personalmangel. Experten, die die globalen Finanztransaktionen überhaupt noch verstehen und die ungesetzlichen von den legalen unterscheiden können, sitzen, bestbezahlt, in den Führungsgremien der Banken, der diversen Finanz- und Immobilienfonds und in weltweit agierenden Steuerberatungsbüros. Die Folge: mit krimineller Energie werden immer neue Betrügereien ausgeheckt und zu spät erkannt und zu selten geahndet. Und so stellen wir fest, dass der Volksmund mit der Redensart, die Kleinen fängt man, die Großen lässt man laufen, nicht ganz unrecht hat. Wer will, dass sich daran etwas ändert, muss personell aufrüsten – und höhere Gehälter zahlen.

 
 

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