Mein Herz schlägt links. Dieser SPD-Anstecker hatte viele Jahre Hochkonjunktur. Das politische Fell des Bären teilten sich zu dieser Zeit drei Parteien. Neben der konservativen CDU/CSU und der liberalen FDP besetzte die SPD im Bundestag die linke Seite. Als die Grünen es erstmals ganz nach oben geschafft haben, nahm der Wettstreit, wer vertritt linke Positionen, Fahrt auf. In der Folge verlor die SPD junge und engagierte Mitglieder. Inzwischen haben die Grünen die Spontizone lange verlassen und zählen zu den etablierten Parteien. Linke Positionen? Eher nicht mehr. Dafür entwickelte sich aus der DDR-SED die PDS, häutete sich weiter über die WASG zur Linkspartei.PDS, spaltete sich weiter, um sich heute Die Linke zu nennen. Der Name soll Programm sein. Tatsächlich schafft sie es einerseits mit jungen Abgeordneten den Bundestag aufzumischen und bei Wahlen ziemlich erfolgreich abzuschneiden, Beispiel Berlin, andererseits ist ihre Mitgliederstruktur völlig unübersichtlich. Antisemitische Ansichten werden nur halbherzig zurückgewiesen, Islamisten werben mit direktem Zugang zu Bundestagsabgeordneten. Ist das links? Russland wird zwar als Aggressor gegenüber der Ukraine genannt, Waffenlieferungen zur Selbstverteidigung werden aber kategorisch abgelehnt. Ist das wirklich links? Meine Antwort fällt negativ aus. Mein Appell an alle jungen Wählerinnen und Wähler lautet, nicht nur das Bauchgefühl entscheiden zu lassen, sondern mal einen kritischen Blick in das Programm der Partei Die Linke zu werfen.
Rhader Wochenendkommentar