Hat die WAZ über 40 Jahre aktiv begleitet: Dirk Hartwich Sehr geehrte Damen und Herren der Dorstener WAZ-Redaktion,
sehr geehrter Herr Reitz,
ich muss gestehen, dass mich die heutige lapidare Überschrift „Die WAZ Dorsten stellt ihr Erscheinen zum 31. Oktober ein“, kalt erwischt hat.
Ich glaube, seit mehr als 40 Jahren nicht nur passiver Leser gewesen zu sein, sondern auch aktiver „Wegbegleiter“.
Viele Leserbriefe und „unzählige“ Pressemitteilungen, die von Ihnen in der Regel auch angenommen und übernommen wurden, sprechen eine deutliche Sprache der so genannten Leserbindung.
Ich verfolge die Änderungen auf dem Pressemarkt seit einigen Jahren. Dennoch habe ich es nicht für möglich gehalten, dass gerade die WAZ zu den Zeitungen gehört, die sich Stück für Stück aus dem Ruhrgebiet, dazu zähle ich heute auch mal Dorsten, zurückzieht.
Welchen Anteil Ihre teilweise gescheiterte „globale“ Geschäftspolitik daran hat, können Sie sicherlich besser als ich beurteilen. Aber verstanden, was Sie da machen (z. B. Kauf einiger Springerblätter, darunter eine Fernsehzeitung), habe ich bis heute nicht. Muss ich vielleicht auch nicht.
Ich wünsche den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Dorsten alles Gute für die Zukunft und sage Dank für die jahrzehntelange, kritische Zusammenarbeit.
Eine Anmerkung zum Schluss: Am Ende des Schreibens von Herrn Reitz, heißt es, „sollten Sie Ihre WAZ, den Mantelteil und einen anderen Lokalteil … abonnieren wollen, so verweisen wir auf unser digitales Angebot“. Wer so unsensibel mit Kunden umspringt, der muss sich nicht wundern, wenn sich immer mehr Abonnenten dauerhaft abwenden.
Warum, so frage ich mich, wird denn nicht zumindest der Hauptteil, ohne einen Lokalteil, als Printerzeugnis zu einem anderen Abopreis angeboten? Oder warum ist keine Kooperation mit der lokalen Konkurrenz, wie in anderen Städten, vorgesehen?
Zum Abschluss „Glück Auf?“
Wer ist gemeint?
Die Leser?
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter?
Oder soll es ein Trost mir gegenüber sein?
Nee, nee, da wird nix draus.
Ich verabschiede mich mit dennoch freundlichem Gruß an die Dorstener Redaktion.
Dirk Hartwich