Dorsten: Der Bergbau geht weiter um

Kommunalpolitik

Was tun mit der Erbschaft?

Mit Kohle Kohle machen. Eine grandiose Geschäftsidee, die unserer Region über Jahrzehnte Wohlstand brachte. Die Kumpel, die unter Tage Schwerstarbeit leisteten, entwickelten untereinander ein mit Stolz gepaartes Zusammengehörigkeitsgefühl. Dann die erste Absatzkrise. „Strauß und Schiller - Zechenkiller“, so skandierten die enttäuschten Malocher. Der Niedergang der Bergwerksbetriebe, in der Folge auch das Schrumpfen der Stahlindustrie, ließen sich nicht aufhalten. Die Globalisierung zwang zur „Anpassung“, wie Betriebsstilllegungen jetzt bezeichnet wurden. Die Dorstener Zeche Fürst Leopold, unterstützt von einer solidarischen Stadtgesellschaft, hat sich lange dagegen gewehrt. Zurück blieb eine Erbschaft, mit der sich alle Städte im Revier dauerhaft beschäftigen müssen. Der Begriff „Ewigkeitskosten“ ist selbsterklärend. Dorsten musste bitter feststellen, dass die Versprechungen der Zechenbetreiber in wesentlichen Punkten nicht eingelöst wurden. Erst sollte ein Mega-Steinkohle-Kraftwerk in der Lippestadt den Bestand von Fürst Leopold sichern, dann die Aussicht, mit „Bergabfall“ eine Halde auf dem Stadtgebiet zu errichten, die nach Abschluss der Schüttung, Dorsten mit einer öffentlichen Parklandschaft bereichern sollte. Heute Ist die Zeche geschlossen, die Kraftwerksplanung storniert, Bergsenkungen beeinträchtigen die Landschaft, Pumpen müssen dauerhaft dafür sorgen, dass das Grubenwasser nicht steigt. Die Bergehalde scheint sich in Teilen zur abgeschlossenen Sondermülldeponie zu entwickeln. „Dorsten hat die Zeche zu bezahlen“, so lässt sich der aktuelle Streit zwischen unserer Stadt und den Folgekonzernen der Ruhrkohle AG beschreiben. Eine Erbschaft, die die Gerichte beschäftigen wird, signalisieren Stadtrat und Verwaltung einmütig. Ende offen!

Rhader Nachdenkzeilen

 
 

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