Kreditaufnahme in CHF gerät zur Glaubensfrage
Am Mittwoch ist es soweit. Dann muss der Haupt- und Finanzausschuss der Stadt Dorsten entscheiden, ob die Stadt die Kreditaufnahme in der Fremdwährung Schweizer Franken fortsetzt oder Zug um Zug beendet. Zur Erinnerung: Jahrelang konnte so ein Zinsvorteil verbucht werden. Das hat sich aber seit einigen Monaten dramatisch geändert. Die Freigabe des Wechselkurses (Schweiz) gegenüber dem Euro hatte zur Folge, dass jetzt deutlich mehr Euro aufgewendet werden müssen, um einen aufgenommenen Kredit zurückzuzahlen. Kurz: Ein deutliches Verlustgeschäft. Praktisches Realbeispiel: Am 8. Mai muss Dorsten 15 Mio. Schweizer Franken (CHF) zurückzahlen. Beim derzeitigen Wechselkurs wären das ca. 14,5 Mio. Euro. Als der Kredit aufgenommen wurde, lag der Wert bei ca. 10,2 Mio. Euro. Differenz: ca. 42%! Was tun? Die Verwaltung empfiehlt: Kreditlaufzeit verlängern und hoffen, dass der Wechselkurs für Dorsten günstiger wird. Das Risiko? Kann gut gehen – muss aber nicht. Verwaltung und Rat stehen vor einem Dilemma. Entschieden werden muss trotzdem. Nach allen Erkenntnissen wird der Rat wohl dem Empfehlungsvotum der Verwaltung folgen. Ein Hochrisikobeschluss. Böses Erwachen oder Freudentränen? Der Außenstehende kann froh sein, nur kommentieren zu dürfen.
Eigener Bericht