
Eindrucksvolles Gedenken und starkes Bekenntnis zur Demokratie im Gleichklang
Als die Veranstaltung im Treffpunkt Altstadt um 13 Uhr durch Lambert Lütkenhorst, Altbürgermeister und Vorsitzender der Tisa von der Schulenburg-Stiftung mit einer Glocke eröffnet wurde, erstarben alle Gespräche abrupt und wichen einer atemlosen Stille. Es war, als ob er Teile des Protokolls der Gerichtsverhandlung über die Geschwister Scholl, genau vor 83 Jahren vortrug, das mit dem Todesurteil durch das Fallbeil und die am gleichen Tag vollzogene Hinrichtung endete. Die Zuhörer blickten dabei durch die große Fensterfront des Treffpunkts Altstadt auf die Erinnerungsstele, die von Schwester Paula - Tisa von der Schulenburg (1903 -2001) geschaffen wurde und nun auf dem Geschwister Scholl-Platz an die Verbrechen der Nazis dauerhaft erinnern wird. Denkmal und Mahnmal zugleich. Die Einweihung geriet zu einem beeindruckenden Plädoyer gegen das Vergessen und für mutigen Einsatz, heute und morgen unsere Demokratie gegen alle Verfassungsfeinde zu verteidigen. Die Widerstandsgruppe Weiße Rose um die Geschwister Scholl sind Vorbild. So lässt sich auch die eindrucksvolle Rede des Autors Hermann Vinke deuten, der gekonnt den Bogen der Vergangenheit zur aktuelle politischen Lage spannte. Langanhaltender Beifall zeigte, dass dieser Wortbeitrag genau den Anlass des Zusammenkommens traf. „Einer musste ja schließlich damit anfangen“, so ein Satz von Sophie Scholl, den Bürgermeister Tobias Stockhoff als Aufforderung an die gesamte Stadtgesellschaft interpretierte, sich auf allen Ebenen des Lebens einzubringen. Noch lange nach der Veranstaltung standen viele Zuhörer zusammen und verarbeiteten im Gespräch die beeindruckend Veranstaltung mit Langzeitwirkung.
Eigener Bericht