Ein Besuch im Dorstener Jüdischen Museum Westfalen

Gesellschaft


Die Gedenktafel der Dorstener Künstlerin Schwester Paula - Tisa von der Schulenburg

„Auf das Leben!“

Es ist ein kleines Museum, aber es bietet Großes. Das Jüdische Museum Westfalen, das 1992 eröffnet wurde. Die Gruppe „Dorsten unterm Hakenkreuz“ um den Journalisten Wolfgang Stegemann und das SPD-Ratsmitglied Dirk Hartwich, begann in den 80er Jahren nachzufragen, was aus den hier lebenden jüdischen Bürgern während der Nazi-Zeit geworden ist. „Gedemütigt, verfolgt, vertrieben und ermordet“, lautet die Inschrift der Gedenktafel von Schwester Paula, die in der Nähe der ehemaligen Synagoge in der Wiesenstraße mahnt. Mehrere Publikationen haben zu großer Aufmerksamkeit und Anteilnahme in unserer Stadt und darüber hinaus geführt. Dass diese Bürgerarbeit, inzwischen mit weiteren Akteuren, darunter Schwester Johanna Eichmann, 1992 in die Eröffnung eines Jüdischen Museums in Dorsten münden würde, war anfangs gar nicht angedacht. Zeitzeugen hören, den Opfern Würde zurückgeben und die Dorstener Bürger darüber informieren, welche nicht zu vergessene Schuld viele in der Lippestadt, die einen aktiv, die anderen durch Wegsehen, auf sich geladen haben. So das Ziel der Forschungsarbeit von unten. Das Museum, hat mit wechselnden Ausstellungen über das jüdische Leben einen wichtigen Beitrag zur Versöhnung in unserer Stadt geleistet. Die aktuelle Ausstellung mit neuer Konzeption ist sehenswert und mehr als einen Besuch wert. „L’chaim! - Auf das Leben!“, so der Titel der Ausstellung, der mehr aussagt als weitere Worte. Eine persönliche Anmerkung: Etwas mehr Lokalgeschichte, zum Beispiel über die Verlegung der Stolpersteine, wäre eine gute Ergänzung der Präsentation.

Dirk Hartwich

 

Jüdisches Museum Westfalen, Julius-Ambrunn-Straße 1, 46282 Dorsten

Öffnungszeiten:

Dienstag – Freitag 10 – 12.30 Uhr und 14 bis 17 Uhr

Samstag, Sonntag, Feiertag: 14 bis 17 Uhr

 
 

WebsoziCMS 3.8.9 - 001971677 -