Alles besser geworden?
Seit 12 Monaten macht er sich rar. Olaf Scholz ist zwar nicht enttäuscht ins Private abgetaucht, aber er hat es bewusst vermieden, seinem Nachfolger Ratschläge zu erteilen oder ihn zu kritisieren. Sein direkt gewonnenes SPD-Bundestagsmandat nimmt er aber hanseatisch korrekt wahr. Zur Zeit werden vermehrt Vergleiche zwischen ihm und seinem Nachfolger im Amt des Bundeskanzlers Friedrich Merz angestellt. Merz, der als Oppositionsführer keine Gelegenheit ausließ, um Olaf Scholz im wahrsten Sinne des Wortes abzukanzeln und dabei nicht selten auch ins Persönliche abglitt, kommt einfach nicht an. Weder im Amt noch in der breiten Öffentlichkeit. Sein beleidigender Vorwurf als Oppositionspolitiker, „sie (Scholz) können es nicht“, fällt aktuell doppelt so schwer auf ihn zurück. Nun wird er nämlich nicht nur an seinen Worten gemessen, sondern auch an seinen Taten. Und hier stellt die breite Öffentlichkeit fest, Friedrich Merz hat den Mund zu voll genommen. Die Herausforderungen, die Olaf Scholz durch den Ukraine-Krieg, Corona und Christian Lindner zu bewältigen hatte, belasten weiter die internationale Politik. Olaf Scholz war ein Meister der Diplomatie. Das wurde ihm nicht selten als Kommunikationsschwäche ausgelegt. Sein Nachfolger sieht das viel „lockerer“. Die Folgen seiner vielen zu schnell „herausgehauenen“ Positionierungen erinnern an den Elefanten im Porzellanladen. Der Ratschlag aus Rhade an Kanzler Merz lautet: Mehr Diplomatie wagen!