Wer will, dass alle mitgenommen werden, muss bereit sein, über den Tellerrand zu blicken. Ein Offener Brief an Frau Sandra Uphues zu ihrem Kommentar
„Mehr arbeiten, weniger reden“
Sehr geehrte Frau Uphues,
zu Beginn möchte ich Ihnen meinen Respekt darüber aussprechen, dass Sie sich in die Kommunalpolitik begeben haben und sich engagieren. Sie betonen auch ausdrücklich, dass Sie zu den „jüngeren Ratsmitgliedern“ gehören. Gerade von der jüngeren Generation erwartet man eigentlich
Offenheit, Fairness, kurz - neues Denken.
Unabhängig davon, welche demokratische Partei die Plattform für das eigene Handeln bietet.
Leider zeigen Sie bereits so früh, dass Sie nicht über den Tellerrand der CDU hinausblicken wollen oder können. Schade.
Ich will das anhand Ihrer unten stehenden Thesen belegen:
- Die Diskussion über die dringend notwendige Weiterentwicklung Rhades hätte es nie gegeben, wenn sie nicht von außen* angeregt und vorbereitet worden wäre.
- Dass es zu wenig Interessenten an der Auftaktveranstaltung gegeben hat liegt sicher auch daran, dass es keinen städtischen Aufruf in der örtlichen Presse gegeben hat. Einige kleine Plakate der Verwaltung gingen total unter. Außer der Rhader SPD hat keine Partei offensiv für einen Neubeginn geworben.
- Wenn Bürgerinnen und Bürger jahrzehntelang nur unzureichend an der Gestaltung des Ortes beteiligt werden, kann man nicht erwarten, dass das von jetzt auf gleich geändert werden kann. Zuerst ist einmal Vertrauen und Glaubwürdigkeit wiederzugewinnen.
- Natürlich kann im Hinterzimmer in vertrauter Runde ungestörter gearbeitet werden. Aber wer will, dass aus Betroffenen Beteiligte werden, muss nicht den einfachsten Weg gehen.
- Wir haben Ihnen (der Rhader CDU) angeboten, gemeinsam neue Wege zu gehen und die parteipolitischen Erwägungen mal in den Hintergrund treten zu lassen. Leider wurde unsere ausgestreckte Hand durch ihre Mehrheitsbeschlüsse (CDU/FDP) brüsk zurückgewiesen. Ihr Vorsitzender, Detlev Brand, hatte im Vorfeld diesem neuen, von uns skizzierten Weg, uneingeschränkt zugestimmt.
- Es gibt keinen Ausschuss des Rates, der nur nichtöffentlich tagt. Keinen, der sich mit allgemeiner Planung befasst. Datenschutzgründe anzuführen, um die Rhader Öffentlichkeit/Presse sogar als Zuhörer auszuschließen, ist sehr weit hergeholt und als unzutreffende Schutzbehauptung zu bewerten.
- Wenn Sie nach „getaner Arbeit“ wieder vor das Publikum treten wollen, machen Sie nichts anderes wie bisher. Nämlich nachträglich informieren statt frühzeitig zu beteiligen.
- Ihre Klage, dass im Moment zuviel geredet und zu wenig gearbeitet wird, liegt unter anderem auch daran, dass es die momentane CDU/FDP-Mehrheit per Beschluss geschafft hat, das geplante „Modell Rhade“ so zu stutzen, dass nur noch Fragmente zu erkennen sind.
- Offenheit sieht für mich anders aus.
- Fairness besteht darin, einen unvoreingenommenen Wettbewerb um die besten Ideen zuzulassen.
- Nur die Öffnung zu neuem Denken kann Rhade aus der Randlage der Stadt Dorsten holen.
Ich hoffe, Sie zur Nachdenklichkeit bewegt zu haben.
Vielleicht sollten wir (SPD) noch einmal mit ihnen (CDU) reden, um die wohl nach wie vor bestehenden (gepflegten) Vorurteile abzubauen.
Für unser Rhade und unsere Bürgerinnen und Bürger.
Mit freundlichem Gruß
Dirk Hartwich
* Von außen heißt:
Die Rhader SPD hat vor 2-3 Jahren erkannt, dass unser Stadtteil im Konzert der anderen Stadtteile „untergebuttert“ wird. Sie hat es geschafft, die Verwaltung und den Rat zu überzeugen, dass ein neuer Rahmenplan für Rhade erarbeitet werden müsste.
Die Rhader SPD hat vorgeschlagen, die Bürgerinnen und Bürger, auch ohne Parteibuch, an der Diskussion von Anfang an zu beteiligen.
Das „Modell Rhade“ sollte auf die anderen Stadtteile nach und nach übertragen werden.