Ein spannender Schriftwechsel zwischen Rhade und dem ZDF. Auch der SPD-Parteivorstand meldet sich.

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SPD-Kanzlerkandidat wird von Maybritt Illner unfair behandelt

Nebenbei bemerkt – Ein kleiner Kommentar aus Rhade, so die Überschrift unserer Veröffentlichung am 15. Juni: Illner interviewt Steinbrück – Fair geht anders
Am Tag darauf trat die Ehefrau unseres Kanzlerkandidaten vor die Fernsehkameras und beklagte genau den von uns geschilderten Sachverhalt. Peer Steinbrück war von den klaren Worten seiner Frau überwältigt und kämpfte minutenlang mit seinen Gefühlen.
Grund genug, unsere Kritik dem ZDF weiterzuleiten. Der Schriftverkehr ist nachfolgend chronologisch dokumentiert.

1. Der Rhader Kommentar, 15.6.
Nebenbei bemerkt – Ein kleiner Kommentar aus Rhade
Illner interviewt Steinbrück – Fair geht anders
Es ist spät geworden. Trotzdem will ich mal sehen (ZDF, Donnerstag letzter Woche) wie Frau Illner unseren Kanzlerkandidaten befragt, wie er auf mich wirkt, wie er sich präsentiert, ob er überzeugend ist.
Die Parteibrille habe ich zur Seite gelegt. Ich will versuchen, neutral zu sein.
Was zeichnet einen guten Journalismus aus? Kritische, flotte, etwas freche Fragen, um den Gesprächspartner aus der Reserve zu locken. Frau Illner will aber offensichtlich etwas anderes.
Sie versucht Peer Steinbrück vorzuführen. Nicht nur, dass er sich mit willkürlich ausgesuchten Facebook-Eintragungen, natürlich nur negativen, rechtfertigen soll, nein, auch eine live auftretende Sozialdemokratin darf verkünden, dass sie Gabriel für den besseren Kandidaten hält. Dazu noch „olle Kamellen“ und Zitate, die zeitlich und inhaltlich auseinandergerissen sind.
„Das finde ich nicht fair, Frau Illner“, so der kontrollierte Widerspruch.
Überhaupt macht Steinbrück einen souveränen bis unterkühlt wirkenden Eindruck. Er punktet mit seiner Kenntnis, seiner ruhigen Art, seinem ungeheuren Wissen und seiner Fähigkeit, langatmige Fragen, kurz, knapp und verständlich zu beantworten.
Seine Versuche, Frau Illner immer wieder daran zu erinnern, dass es um wichtige politische Entscheidungen gehe, weil schwarz/gelb gescheitert sei, liefen leider fast ins Leere, weil sich die Moderatorin im Klein-Klein verlor und mehr auf eigene Wirkung bedacht war.
Fazit:
Das ZDF hat viel bessere Journalistinnen und Journalisten als Frau Illner. Und: Peer Steinbrück hat es schwer, gegen die veröffentlichte Meinung anzuargumentieren, wenn diese sich darin gefällt, Vorurteile bis ans Lebensende zu pflegen.
Peer Steinbrück kann Kanzler. Das wissen alle. Die letzten 100 Tage werden zeigen, ob er in den übrigen Medien fairer behandelt wird als an dem späten Donnerstagabend.
Dirk Hartwich

2. Der 1. Brief an das ZDF, 16.6.
Sehr geehrte Damen und Herren,
nach dem heutigen öffentlichen Auftritt von Frau Steinbrück und ihren Klagen über unfaire Berichterstattung, ihren Mann betreffend, dem SPD-Kanzlerkandidaten, möchte ich Ihnen meinen Kommentar, den ich nach der Sendung geschrieben und auf der Internetseite www.spd-rhade.de eingestellt habe, zur Kenntnis geben.
Ich hatte überhaupt nicht vor, Sie deshalb zu kontaktieren, weil es in der Regel sowieso nichts nützt.
Jetzt halte ich es aber doch für angebracht, Ihnen mitzuteilen, was ich von Ihrer Donnerstag-Sendung und insbesondere von Ihrer Moderatorin halte.
Mit freundlichem Gruß

3. Die Antwort des ZDF, 17.6.
Sehr geehrter Herr Hartwich,
vielen Dank für Ihre E-Mail an das ZDF.
Mit seiner politischen Gesprächssendung „maybrit illner“ will das ZDF einen Beitrag zur Aufklärung und öffentlichen Diskussion hierzulande leisten. Dabei ist es vor allem von den geladenen Gästen abhängig, mit wie viel Substanz und Erkenntnisgewinn über politische Tagesaktualität gesprochen wird.
Ihre Anmerkungen zur Diskussionsrunde bei „maybrit illner“ haben wir gerne der verantwortlichen Redaktion mitgeteilt. Ihre Stellungnahme wird außerdem als Teil der Zuschauerresonanz festgehalten und trägt dazu bei, die weitere Programmarbeit des ZDF zu diskutieren und zu bereichern.
Mit freundlichen Grüßen
Ihre ZDF-Zuschauerredaktion

4. Ein weiterer schriftlicher Versuch, mit dem ZDF Klartext zu reden, 18.6.
Vielen Dank für Ihre umgehende Antwort.
Leider gehen Sie nicht auf meine Kritik, den Gesprächspartner, die Betonung liegt auf Partner, zu interviewen, sondern unfair vorzuführen.
Ihre Kronzeugen, mit facbook und Co., den Kandidaten negativ zu beleuchten, waren peinlich bis unwürdig.
Die Talkshows „verkommen“ dadurch immer mehr zu einer Unterhaltungssendung mit zweifelhaften Einspielungen.
Es gibt viele Moderatorenvorbilder, an denen sich auch eine Maybritt Illner „anlehnen“ könnte. Klare Fragen, möglichst klare Antworten – ansonsten hartnäckig nachhaken. Eigentlich ganz einfach. Erinnern Sie sich an Günter Gaus? „Zur Person“. Das waren Sternstunden an Information! Auch wenn dieses Format vielleicht nicht mehr zeitgemäß, sprich quotenträchtig ist, wäre es eine Überlegung wert, da mal nachzusehen und davon zu lernen. Übrigens bin ich noch nicht so alt (67), dass ich nur an vergangenen Zeiten hänge.
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen und der Moderatorin Mut zur Veränderung und Verbesserung.
Mit freundlichen Grüßen

5. Der SPD-Parteivorstand schreibt am 18.6.:
Sehr geehrter Herr Hartwich,
vielen Dank für Ihre E-Mail, die uns am 17.06.2013 erreicht hat.
Ich danke Ihnen herzlich für die tolle Unterstützung für Peer Steinbrück und wünsche Ihnen noch eine schöne Woche!
Mit freundlichen Grüßen aus dem Willy-Brandt-Haus
Juliane Wlodarczak
SPD-Parteivorstand
Direktkommunikation

6. Kommt da wohl noch was?,

 
 

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