Heidrun Römer, Vors. des Seniorenbeirates erläutert eigene Aktivitäten, die zu den Leitzielen gehören
Es ist nicht zu leugnen oder zu verdrängen. Wir werden älter, weniger, bunter. Um darauf vorbereitet zu sein, hat die Stadt Dorsten Anfang des Jahres 50 interessierte Bürgerinnen und Bürger zu einem Wochenendworkshop geladen, um über die Auswirkungen bis 2030 und mögliche Lösungsansätze zu diskutieren. Phase 1 des Aktionsplans.
In Phase 2 wurde die Dokumentation des Erarbeiteten besprochen und daraus 10 Leitsätze entwickelt.
Am Montag hat der Bürgermeister nun in einer Bürger-Informationsveranstaltung den Demografieplan Dorsten 2030 der Öffentlichkeit präsentiert.
Immerhin verliert die Lippestadt geschätze 10.000 Einwohner bis dahin. Dass das Auswirkungen z. B. auf den Nahverkehr und Schulen/Kindergärten hat, leuchtet jedem ein.
Es ist aber auch eine Chance, so Dr. Kösters von der Bertelsmann-Stiftung, der den Dorstener Diskussionsprozess moderiert hat und auch weiter begleiten wird.
Eine Chance für jedes Kind. Sein engagiertes Plädoyer: “Wir dürfen keinen zurücklassen. Wir brauchen jedes Kind”.
Anders ausgedrückt heißt das, dass 2030 ein ausgeprägter Arbeitskräftemangel herrschen wird.
Lambert Lütkenhorst, Bürgermeister schilderte eindringlich, dass wir das Älterwerden nur gemeinsam bewältigen werden. Jung und alt ist eine Gemeinschaft. “Wir brauchen ein Netzwerk in den Nachbarschaften und Quartieren”.
Schon heute gibt es aber viele positive Beispiele in diese Richtung. Was fehlt ist ein systematischer Plan, der die ganze Stadt betrifft. Eine Mamutaufgabe für die Verwaltung, die aber ohne engagierte Bürgerinnen und Bürger, die sich ehrenamtlich einbringen, zum Scheitern verurteilt ist.
Da es aber in unserem eigenen Interesse ist, dass Dorsten unser Lebensmittelpunkt auch am Ende des Lebens bleibt, müssen wir jetzt mit anpacken.
Frau Kuschnerenko stellte abschließend die Dorstener Leitziele vor:
Wir wollen gemeinsam bis 2030,
- einen generationenübergreifenden Lebensraum schaffen
- ein Miteinander, das geprägt ist von Solidarität und Toleranz
- eine Teilhabe aller Menschen, unabhängig von ihrer Herkunft
- dass das freiwillige Engagement gefördert und anerkannt wird
- ein Lernen für alle Generationen und Kulturen ermöglichen
- eine Stadt gestalten, in der sich alle Generationen wiederfinden
- eine technische, soziale und kulturelle Infrastruktur aufbauen
- ausreichenden und bezahlbaren Wohnraum für alle bereit stellen
- jedem einen Arbeitsplatz nach seinen individuellen Fähigkeiten anbieten
Die Stadt Dorsten wird für die Umsetzung der Ziele im ersten Schritt 70.000 Euro bereitstellen und noch bis zur Sommerpause erste Beschlüsse im Stadtrat zur Abstimmung stellen. Damit wäre dann Phase 4 eingeleitet.
Jürgen Heinisch