Guten Morgen Herr Stockhoff,
nun ist es soweit. Sie sind Vorsitzender des Rates, Chef der Stadtverwaltung und Repräsentant der Stadt. Bisher haben Sie sich dadurch „ausgezeichnet“, dass Sie alle zu treffenden kommunalen Entscheidungen davon abhängig machten, ob sie der CDU, Ihrer CDU nützen.
Sie werden verstehen, dass nicht wenige Bürgerinnen und Bürger sehr skeptisch sind, ob Sie dieses „Scheuklappenverhalten“ ablegen können. Es wird also ein schwieriger Anfang. Da Sie letztlich nur von einer Minderheit aller Wahlberechtigten gewählt wurden, können Sie nicht von einer breiten Unterstützung ausgehen. Sie müssen also um Zustimmung werben. Das wird Ihnen nur dann gelingen, wenn Sie Ihre Versprechungen, die Sie in der langen Vorwahlzeit gemacht haben, auch erfüllen.
Sie müssen also mit einer sehr kritischen Begleitung Ihrer Arbeit rechnen. Die Öffentlichkeit wird sehr genau beobachten, ob Sie alle Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt im Auge haben. Sie sind nämlich als Bürgermeister nur Erster unter Gleichen. Das verpflichtet Sie, ab sofort nicht mehr das Parteibuch entscheiden zu lassen, sondern zum Wohle unserer Stadt, die besten Ideen zur Mehrheit zu verhelfen. Eine Schonfrist erhalten Sie nicht. Sie haben sich immer sehr weit „aus dem Fenster gelehnt“, um mit Ihrer scheinbaren Erfahrung zu prahlen.
Unsere Stadt und unsere Bürgerinnen und Bürger haben es verdient, vom ersten Tag an „professionell“ geführt zu werden. Und heute ist der erste Tag.
Glück auf wünscht Ihnen und der Stadt ein kritischer Bürger