„Eine Nadel im Heuhaufen“

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Was wurde aus dem russischen Kriegsgefangenen Viktor Karpunin? - Erfolgreiche Dorstener Recherche

Manchmal sind es Zufälle, um auf drängende offene Fragen eine Antwort zu erhalten. Insbesondere wenn es um ungeklärte Schicksale vermisster Menschen geht. So konnten vor wenigen Tagen die sterblichen Überreste zweier Soldaten auf dem Grund der Niedrigwasser führenden Donau gefunden werden. Durch die noch lesbaren Erkennungsmarken konnte zweifelsfrei die Identifizierung erfolgen. Schwieriger verhält es sich z. B., wenn nach über 80 Jahren eine amerikanische Familie mit ukrainischen Wurzeln wissen will, was aus ihrem Großonkel geworden ist, der als russischer Kriegsgefangener nach Dorsten verschleppt wurde. Olga Karpunia, in Odessa geboren und seit langem mit ihrer Familie in New York lebend, setzte die Suche ihres verstorbenen Großvaters fort, der verzweifelt und zeitlebens vergeblich versuchte, das Grab seines Bruders zu finden. Ihre Anfrage, die das Dorstener Archiv und dessen Leiter Martin Köcher erreichte, wurde an Dr. Marius Seydel vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge weitergeleitet. Seine lokalen Forschungsergebnisse über das Schicksal russischer Kriegsgefangener in der Lippestadt waren für Olga Karpunia ein wichtiger Glücksmoment. Tatsächlich, so Dr. Seydel, wurde der gesuchte Viktor Kapunin in einem Massengrab auf dem sogenannten Russenfriedhof in Holsterhausen begraben. Grund für Olga Karpunia nun mit ihrer Familie von New York nach Dorsten zu reisen, um dort mit einem stillen Gedenken ihrem Großonkel die letzte Ehre zu erweisen. Begleitet wurden sie dabei von Dr. Josef Ulfkotte, dem Vorsitzenden des Vereins für Orts- und Heimatkunde, Dr. Marius Seydel, Jochen Schräjahr, Martin Köcher und dem Ehepaar Fragemann. „Wir spürten alle, welche Bedeutung dieser Besuch für Frau Karpunina und ihre Familie hatte und wie die Arbeit des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge genau die Früchte trägt, für die sie im tiefsten Kern gedacht ist“, so Marius Seydel abschließend.

Eigener Bericht auf Grundlage der Information des Vereins für Orts- und Heimatkunde durch Josef Ulfkotte

 
 

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