
Im wahrsten Sinne des Wortes sieht der aufmerksame Fußgänger auf Schritt und Tritt in vielen Städten sogenannte Stolpersteine. Sie erinnern uns an das dunkelste Kapitel unserer jüngeren Geschichte. Nazideutschland verstieg sich in dem Wahn, jüdisches Leben brutal auszurotten, um so vom eigenen Versagen abzulenken. Gunther Demnig, Künstler aus Köln, hat mit seiner weltweiten Erinnerungsaktion Geschichte geschrieben. 120.000 schlichte Messingwürfel, die nur die Namen der Opfer, das Geburts- und Morddatum sowie den Vernichtungsort preisgeben, gelten als das größte dezentrale Denkmal auf unserem Planeten. Als in den 1980er Jahren durch Geschichtsarbeit von unten auch in Dorsten der dunkle Schleier der Stadtgeschichte, der sich nach 1945 über die Lippestadt gelegt hat, weggezogen wurde, kam Schreckliches zum Vorschein. Daran erinnern uns heute u. a. die genannten Stolpersteine und das beeindruckende Jüdische Museum in unserer Stadt. Knapp 40 Kilometer weiter, im niederländischen Winterswijk, „stolpert“ der Besucher über zwei besondere Erinnerungssteine. Sie wurden mit einem Foto und kurzem Text ergänzt. Ohne Umweg über entsprechende Dokumentationen im Internet, konnte so etwas über das Leben der beiden ermordeten Frauen erfahren werden. Nachahmenswert!
Ein Rhader „stolpert“ immer wieder und überall über die schreckliche Nazizeit