Schule und Bildung
Plakate der Union diffamieren
Ich hatte Urlaub. Samstag war Rückreise. Angekommen sah ich sie, die großen Plakate, Wahlkampf in NRW. Hannelore Kraft, Einsatz, stand da in großen Lettern, na ja, schauen wir mal.
Der Herr Pinkwart möchte faire Chancen. Chancen für alle Menschen oder doch nur für Menschen, die sich diesen Staat leisten können.
Dann der Knaller, ein rotes Plakat, SPD und Linke planen die Einheitsschule! Schon die Behauptung, SPD und Linke planen, als ob die Möglichkeit einer Rot-Roten Mehrheit in NRW bestünde, wohl eher Schwarz-Grün!
Ich frage mich, in welchem Jahrzehnt leben diese Damen und Herren, nicht im Jetzigen. Wer im Denken der fünfziger Jahre steckt, muss natürlich auch die Argumente dieser Zeit plakatieren und vor der roten Gefahr warnen.
Gute Schulen in Dorsten behalten, wer wollte das nicht. Aber doch Schulen, die in die Zukunft führen, die alle Kinder mitnehmen, nicht ausgrenzen oder trennen.
Man muss dann auch einen wirklichen Elternwillen zulassen, wo Eltern die Schulwahl haben und nicht Schulform vorgeschrieben bekommen. Und dann die Möglichkeit anbieten, Kinder auch in einem offenen Schulsystem, wie Gesamt- oder Gemeinschaftsschulen anzumelden, in dem sie sich entwickeln können.
Jedes Jahr werden in NRW Tausende Kinder in Schulen gezwungen, in die sie nicht gehen wollen und die nicht mehr zeitgemäß sind.
Jedes Jahr beklagt die Wirtschaft schlechte Leistung der Schüler und jedes Jahr produzieren wir mit unserem veralteten Schulsystem eine große Anzahl von Schülern ohne Abschluss oder mit Abschlüssen die nur eine begrenzte Wahlmöglichkeit im Berufsleben anbieten. Dabei brauchen wir jeden Schüler!
Die NRW-CDU isoliert sich selbst in den eigenen Landesverbänden. Länder wie Schleswig-Holstein, Bremen, Hamburg, Sachsen, Thüringen oder das Saarland betreiben eine Schulpolitik, die von der Rüttgers-CDU bekämpft würde.
Selbst der eigene Partner FDP geht hier andere Wege.
Mit jedem Tag, den wir an einem veralteten Schulsystem länger festhalten, zerstören wir Entwicklungschancen für unsere Kinder und unsere Gesellschaft.
Wir sollten das ändern, wir können es uns nicht länger erlauben.
Rainer Walter
Veröffentlicht am 19.04.2010