Europawahl - Was ist los in den neuen Bundesländern?

Bundespolitik

Eine neue blaue Zone muss sich kritische Fragen gefallen lassen

Ja, es gab und gibt sie, die Geringschätzung von West nach Ost, verbunden mit Ungerechtigkeiten, die die Lebensleistung „unserer Brüder und Schwestern“ jenseits der brutalen Grenze, zwischen 1945 und 1989, nicht fair anerkennen. Eine Pauschalierung dieser Bewertung ist aber grundfalsch. Umgekehrt muss selbstkritisch hinterfragt werden, ob das Klagen ohne Differenzierung der wirklichen Lage nach 44 Jahren noch berechtigt ist, oder inzwischen eher als willkommenes Ritual vor sich hergetragen wird. Das Wahlergebnis in den neuen Bundesländern, verbunden mit O-Tönen nicht weniger Bürger, macht diejenigen „im Westen“, die die Wiedervereinigung mit Freude und grenzenloser Unterstützung, im wahrsten Sinne des Wortes, begleitet haben, sprach- und fassungslos. Städte hier gingen Partnerschaften mit Städten dort ein. Unternehmen sowie Verwaltungen schickten Know-how und Personal, um so schnell wie möglich, gleiche Lebensverhältnisse und Wettbewerbsfähigkeit im internationalen Vergleich zu ermöglichen. Auch die EU investierte in die wirklich marode Infrastruktur. Dagegen blieb hier im Westen bis heute vieles liegen. Neben privaten Initiativen, die nicht nur aus dem Spenden von Geld bestanden, sondern emotionale Bindungen auffrischten und lebten, gibt es staatliche Sonderaktionen „am laufenden Band“. Bevor dieser Text in eine nicht gewollte Rechtfertigung eines „Wessis“ abgleitet, wird jetzt, vor dem Schlusssatz ein Punkt gesetzt. Unsere Demokratie verträgt keine neue politische Zone - wir sind ein Volk!

Nachdenkzeilen aus Rhade

 
 

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