Fracking und Dichtigkeitsprüfung - Beides gehört auf den Prüfstand
Im Prinzip nein – aber manchmal ist es hilfreich
Wer die politische Szene auf allen Ebenen kritisch verfolgt, muss verzweifeln.
Da wollen global agierende Energieunternehmen tief in unseren Boden bohren, um das dort im Schiefergestein lagernde Gas mit Hilfe von Druck, Wasser und giftigen Chemikalien zu fördern – und natürlich gewinnbringend zu verkaufen.
Das Umweltbundesamt, Bürgerinitiativen, verantwortliche Politiker, Wasserwerke und die öffentliche Meinung halten das, wegen möglicher irreparablen Folgen für unser Grund- und Trinkwasser, für unverantwortlich.
Die Folge: Landes- und Bundesregierung haben das Vorhaben vorerst gestoppt (Moratorium), um Zeit zu gewinnen und um mehr über die umstrittene Technologie zu erfahren. Die EU-Kommission dagegen will Fracking jetzt ohne Wenn und Aber erlauben. Dass unser Grund- und Trinkwasser dadurch aber wirklich hochgradig gefährdet ist, wird in Kauf genommen.
Ganz anders werden Hausbesitzer in NRW in die Pflicht genommen. Weil aus ihren simplen Hausabwasserrohren durch Undichtigkeiten, Bodenverschmutzungen erfolgen könnten (!), müssen sie eine vorauseilende Prüfung durchführen und selbst bezahlen.
Alle Versuche der Bürger, die Landesregierung (rot/grün) davon zu überzeugen, dass das unsinnig und unverhältnismäßig ist, waren bisher erfolglos. (Dass die vorherige Landesregierung (schwarz/gelb) noch viel weitergehende Maßnahmen durchsetzen wollte, sei nur am Rande erwähnt.)
Während beim Fracking eine unglaublich reiche Industrielobby daran arbeitet, die Regierungen „weichzuklopfen“, um die mögliche Verseuchung von unserem Grund- und Trinkwasser nicht zu hoch zu bewerten, sind bei der, aus ganz anderen Gründen ebenfalls umstrittenen Dichtigkeitsprüfung, die Bürger allein auf sich gestellt.
Wie gesagt, Vergleiche hinken und Äpfel mit Birnen zu vergleichen, macht man eigentlich nicht. EIGENTLICH. Aber manchmal hilft dieser Vergleich, um die Unsinnigkeit zweier Vorhaben zu verdeutlichen.